Hackerberg-Anwohner sehen Pläne kritisch

Planegg/Krailling - Die geplante Neugestaltung des Planegger Bahnhofareals kommt bei den Bürgern überwiegend gut an. Kritik kam aber von Hackerberg-Anwohnern.

Bevor der aus dem Martinsrieder Ortsmitte-Verfahren bewährte Stadtplaner Rudolf Scheuvens den Bürgern im Festsaal des Heide-Volm das neue Wettbewerbs-Verfahren erläuterte, sprach Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann einige einführende Worte. Der Bahnhof sei keine „Visitenkarte“ mehr für Planegg, der Verkehr mitunter „chaotisch“. Dass die Familie Heide und Emeran Braun sich an der Neugestaltung des Areals beteiligen werden, bezeichnete Hofmann als „historische Chance“. Kraillings Rathauschefin Christine Borst schloss sich Hofmann an: „Es wäre unseren Gemeinden würdig, den Bahnhof hübscher zu machen.“

Professor Rudolf Scheuvens skizzierte anschließend das geplante Verfahren zur Neugestaltung des Areals. Das Besondere sei dabei die Reihenfolge der Bürgerbeteiligung. „Wir fragen Sie, bevor die Pläne fertig sind. Üblicherweise läuft das andersrum.“ Die Bürger hätten somit die Chance, Einfluss auf das Projekt zu nehmen.

Die Grundzüge des künftigen Bahnhofsareals stehen allerdings bereits weitgehend fest. So will die Familie Heide ihre Festhalle abreißen und stattdessen einen Supermarkt mit rund 1200 m2 Einkaufsfläche sowie ein Hotel mit etwa 90 Betten errichten. Im Norden des Bahnhofs sind Wohnungen geplant, außerdem ist weiterer Einzelhandel möglich. Auf Kraillinger Flur möchte die Gemeinde dem Gleisbau-Unternehmen Emeran Braun ungenutzte Betriebsflächen abkaufen und entlang des Höhenwegs Wohnungen bauen. „Wir haben in Krailling zu wenige bezahlbare Wohnungen, etwa für unsere Kindergärtnerinnen“, sagte Bürgermeisterin Borst.

Anschließend bestand die Möglichkeit für Bürger, Anmerkungen zu den Plänen zu machen. Kritisch sahen mehrere Kraillinger den geplanten Wohnungsbau mit Anbindung über den Hackerberg. „Die Gemeinde Krailling muss unbedingt verhindern, dass das neue Wohngebiet über den Hackerberg erschlossen wird. Dort ist es jetzt schon voll“, sagte ein Anwohner unter Applaus des Publikums. Autofreies Wohnen, wie von einigen Gemeinderäten angedacht, funktioniere nicht. „Das ist schon in anderen Orten gescheitert. Wo gewohnt wird, wird mit dem Auto gefahren. Wir sind keine Studentenstadt.“ Die Aussage von Verkehrsplaner Andreas Bergmann, wonach die Bewohner der neuen Wohnungen aufgrund der Nähe zum S-Bahnhof ihr Auto seltener nutzen würden, sorgte für Buhrufe aus dem Publikum. Bürgermeisterin Borst versicherte, im Zuge des Wettbewerbs werde geprüft, ob der Hackerberg zusätzlichen Verkehr aufnehmen könne.

Der nächste Schritt im Verfahren ist das sogenannte Auftaktkolloquium, bei dem die acht eingeladenen Planungs-Teams über Ziele und Aufgaben informiert werden. Dabei sollen auch Anregungen der Bürger an die Fachleute weitergegeben werden.

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