Beschimpft, bedroht, beleidigt

Helfer als Prügelknaben

Wer Polizisten, Feuerwehrleute und Retter angreift, muss mit strengeren Strafen rechnen als bisher. Auch im Würmtal sind Beleidigungen und sogar Angriffe auf Helfer keine Seltenheit.

Würmtal – Sie sind rund um die Uhr im Einsatz, um Würmtalern in Not zu helfen. Und riskieren dabei manchmal ihr eigenes Leben. Trotzdem müssen sich Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter immer öfter gegen verbale und körperliche Attacken wehren.

„Es gab bereits Fälle, in denen Kollegen angegriffen wurden“, berichtet Björn Konrad, Leiter des Malteser-Rettungsdienstes in Gräfelfing. Mittlerweile seien die Einsatzfahrzeuge sogar mit stichhemmenden Westen ausgestattet, um sich im Ernstfall schützen zu können. Außerdem gebe es spezielle Deeskalationstrainings. „Es kam vor, dass Leute unter Drogen standen, betrunken oder grundlos aggressiv waren. In solchen Fällen sind wir dann der nächste Schuldige“, so Konrad.

Die Planegger Polizei musste sich bisher noch nicht gegen körperliche Gewalt zur Wehr setzen. Allerdings würden die Beamten bereits leichte Tendenzen erkennen. „Manche Heranwachsenden haben offenbar nichts besseres zu tun, als Polizisten bei der Arbeit zu stören“, sagt Dienststellenleiter Siegfried Janscha. Vor ein paar Monaten hätten Jugendliche in Krailling die Beamten während eines Einsatzes provoziert. „Das ist unverschämt und darf auf keinen Fall Schule machen“, so Janscha. Deshalb halte er den neuen Gesetzesentwurf des Bundeskabinetts für sinnvoll.

Ähnlich sieht es auch Thomas Hickel, Pressesprecher der Gräfelfinger Feuerwehr. „Obwohl ich bezweifle, dass sich jemand, der in Rage ist und womöglich unter Alkoholeinfluss steht, davon abschrecken lässt“, so Hickel. Von körperlichen Attacken sei die Gräfelfinger Feuerwehr bislang verschont geblieben.

Gleiches gilt für die Freiwillige Feuerwehr in Planegg. „Allerdings werden wir immer mal wieder beschimpft“, berichtet Kommandant Martin Heizer. Vor allem Verkehrssicherungen würden oft zu Konflikten führen. „Die Kollegen, die an den Absperrungen stehen, müssen schon hart im Nehmen sein.“ Manche Autofahrer könnten bereits einen fünfminütigen Umweg nur schwer verkraften. Gelegentlich würden sich die Einsatzkräfte auch Kennzeichen notieren und die Polizei verständigen. Heizer: „Wobei es schon von Vorteil ist, dass wir in größeren Gruppen unterwegs sind. Da trauen sich die meisten dann doch nicht.“

Einen positiven Gegentrend verzeichnet Jürgen Kral, Kommandant der Neurieder Feuerwehr: „Uns begegnen die Leute in erster Linie mit Dankbarkeit.“

Karin Priehler

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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