Helfer fehlen: Neurieder Ferienprogramm fällt 20. Jahr aus

Neuried - Seit 19 Jahren gibt es das beliebte Ferienprogramm „Hits für Kids“ der Nachbarschaftshilfe Neuried. Zu einer 20. Auflage kommt es nicht. Es fehlt an ehrenamtlichen Helfern.

„Jeder schreit nach Kinderbetreuung“, sagt Cornelia Saumweber. Dazu müsse auch jeder ein wenig mit anpacken, meint sie. Die SPD-Gemeinderätin organisiert seit 18 Jahren das Ferienprogramm der Neurieder Nachbarschaftshilfe, „Hits für Kids“. Die Kinder stehen auch heuer wieder bereit; Eltern, Großeltern oder andere engagierte Menschen machen sich dagegen rar. Ausgerechnet im Jahr des 20. Jubiläums fehlt es der Organisatorin an ehrenamtlichen Helfern.

„Das System funktioniert besser, wenn jeder ein bisschen gibt.“ Daran glaubt Cornelia Saumweber. Und jetzt muss sie feststellen, dass jeder nach Kinderbetreuung schreie, aber wenige anpacken wollten.

Üblicherweise fanden in den vergangenen Jahren 30 Veranstaltungen mit insgesamt 400 Plätzen statt. Heuer hätte das Engagement der Freiwilligen gerade einmal für zwölf Veranstaltungen mit 100 Plätzen gereicht. Also sagt Saumweber nun das komplette Programm ab. Die wenigen Plätze würden einen Wettkampf auslösen, der zu viele enttäuschte Kinder mit sich brächte, meint sie. „Es ist eine traurige Sache; ich bin sicher, dass viele Kinder weinen werden.“ Die Schuld gibt sie allgemeinen sozialgesellschaftlichen Entwicklungen. „Die Leute haben nicht mehr so viel Zeit und zusätzlich keine Lust“, meint sie. Heute gebe es in Neuried viele Familien, in denen beide Elternteile berufstätig seien. „Der Stress geht zu Lasten eines ehrenamtlichen Engagements“, sagt Saumweber.

Neurieds Bürgermeisterin Ilse Weiß bedauert den Wegfall des Ferienprogramms der Nachbarschaftshilfe und fügt hinzu: „Es gehört auch viel dazu, so ein Ehrenamt zu übernehmen.“ Man müsse Verantwortung für fremde Kinder übernehmen.

Die Organisatorin Saumweber arbeitete wie jedes Jahr seit Februar an dem Ferienprogramm. Zu Ostern trat sie wie immer an die Eltern der Grundschüler und Vorschulkinder im Kindergarten heran und bat um Mithilfe. Weil die Antwort so dürftig ausfiel, startete sie einen zweiten Versuch. Doch diesmal sei es noch schlimmer gewesen. „Die Eltern wollten ihre Kinder anmelden, aber helfen wollte keiner. Da ist man dann schon sprachlos.“

Saumweber hofft, dass der Schock über die Absage so tief sitzt, dass es nächstes Jahr wieder klappt.

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