Herbe Schlappe: Ausweisung neuer Wohnbaugebiete abgelehnt

Planegg - Die von FDP und CSU beantragte Ausweisung von zwei neuen Wohnbaugebieten in Planegg ist vom Tisch. Der Gemeinderat lehnte die Pläne mit deutlicher Mehrheit ab.

FDP und CSU haben mit ihrer Initiative für mehr Wohnraum eine herbe Niederlage erlitten. Der Gemeinderat stimmte den Gemeinschaftsantrag der beiden Parteien nach rund dreistündiger Diskussion erst gar nicht ab, sondern billigte einen Antrag der Gruppe 21, die Frage über Wohnen im Grund und am Friedhof zu vertagen, bis die derzeit laufende Ortsentwicklungsplanung abgeschlossen ist. Dies kann noch eineinhalb Jahre dauern.

Zuvor hatte Stadtplaner Armin Reinhart den von ihm gestalteten Entwurf für die beiden Wohnbaugebiete dem Gemeinderat und den rund 70 erschienenen Bürgern vorgestellt. Der Architekt betonte, dass es sich um einen sehr frühen Entwurf handle, Gestaltung und Umgriff deshalb noch geändert werden könnten. „Locker, gartenstädtisch und für alle Bürger erlebbar“ sollten die Siedlungen werden, lautete die Vision Reinharts.

Bürgermeisterin Annemarie Detsch würdigte zwar das Engagement der Initiatoren Fritz Haugg (FDP) und Hermann Nafziger (CSU), kritisierte jedoch, dass der dritte Schritt vor dem ersten gemacht worden sei. „Es gab keine Beteiligung der Bürger und des Gemeinderats.“ Sie verwies auf den derzeit laufenden Ortsentwicklungsprozess, in dem auch die Potenziale im Bereich Wohnen untersucht würden. Man solle das Ergebnis dieses Verfahrens abwarten, so Detsch. Herbert Stepp (Gruppe 21) stimmte der Bürgermeisterin zu. „Mit diesem Konzept würde ein Mammutanteil der noch übrigen Flächen in Planegg zubetoniert. Ich will aber auch künftigen Generationen Entwicklungsspielräume übrig lassen.“ Zudem müsse grundsätzlich geklärt werden, ob ein Bevölkerungszuwachs von 1000 Bürgern gewollt sei. „Nach meiner Ansicht sollte Planegg nicht so stark wachsen.“ Diese Position teilte Thomas Roy. Der SPD-Gemeinderat äußerte Zweifel, ob Planegg diesen Bevölkerungszuwachs verkraften könne. „Ich glaube nicht.“

Gerhard Schleburg (CSU) erinnerte an den von Architekt Reinhart angesprochenen Zeitrahmen von 15 Jahren. „In dieser Zeit können wir das Wachstum verkraften. Diese Chance sollten wir nicht vertun.“ Max Gum-Bauer (FWD) nannte die Pläne von FDP/CSU „in sich schlüssig“, weil viele Fragen aber ungeklärt seien, könne er nicht zustimmen.

Nafziger zeigte sich enttäuscht von den Reaktionen. Er kritisierte, dass mit „Ängsten“ gearbeitet werde, dabei sei alles im Rahmen der weiteren Planung offen. „Junge Familien müssen aus Planegg wegziehen, weil sie sich nichts leisten können. Bei Feuerwehr und in den Vereinen merkt man bereits die Nachwuchsprobleme.“ Um den anderen Fraktionen entgegenzukommen, modifizierten FDP und CSU ihren Antrag. Bevor die Bauleitplanung beginnt, solle eine Machbarkeitsstudie angefertigt werden, in der die beiden Wohngebiete untersucht werden. Doch es war zu spät.

Die anderen Fraktionen zeigten keinen Willen, Nafziger entgegenzukommen und votierten für die von der Gruppe 21 ins Spiel gebrachte Vertagung. De facto ist der Neubau-Plan von FDP und CSU damit gestorben.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Ein Geschenk am idealen Standort“
„Ein Geschenk am idealen Standort“
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Fahrrad-Autobahn von Gräfelfing nach München ist fertig
Fahrrad-Autobahn von Gräfelfing nach München ist fertig

Kommentare