Hettlage: Mehr als die Hälfte muss gehen

- VON CLAUDIA ROTHHAMMER Neuried - Die eine Hälfte kann gehen, die andere bleiben. So versucht sich der traditionsreiche Bekleidungshändler Hettlage vor dem Untergang zu retten. Wie gestern bekannt wurde, werden von 45 Filialen in Süd- und Ostdeutschland voraussichtlich nur 19 überleben und mit ihnen nur ein Teil der Zentralverwaltung in Neuried. Von etwa 150 Mitarbeitern in der Zentrale werden vermutlich mehr als 75 in den nächsten Tagen die Kündigung erhalten.<BR>

<P>Barbara Beutler, die vorläufige Insolvenzverwalterin der Hettlage KGaA, teilte am Donnerstag in München mit, dass die Mehrheit der Geschäfte geschlossen werden. Weiter betrieben würden voraussichtlich nur 19 Fachmärkte der Kette MS Mode+Sport, so Beutler. Betonung liegt auf "würden" und<P>Von 45 Filialen haben 19 Zukunft "voraussichtlich", wobei die Münchner Rechtsanwältin sehr zuversichtlich ist, einen Investor für die Übernahme dieser Läden zu finden. Die übrigen sechs MS-Märkte und alle Hettlage-Geschäfte dagegen sollen bis Ende August geschlossen werden - darunter auch das Münchner Cityhaus an der Neuhauser Straße (siehe auch Lokales München). Seit 1954 gibt es das Cityhaus in der Innenstadt und galt - zumindest noch kurz nach Bekanntgabe der Firmenpleite im April - als "Filetstücken" des Konzerns, wie es die nunmehr entlassene Unternehmensleitung beschrieb.<P>Aber mit einer Aussage Ende April sollte Franz-Josef Schümmelfelder von der damaligen Unternehmensleitung Recht behalten, als er über die "gut laufenden" Hettlage-Filialen "MS Mode+Sport" sprach, ein Fachmarktkonzept mit Standorten auf der grünen Wiese, das schwarze Zahlen schreibe: "Theoretisch wäre es möglich, die auszulagern." Der Aufbau eines eigenen Wareneinkaufs vorausgesetzt, fügte er noch hinzu.<P>Und genau in diese Richtung scheint das Unterfangen "Rettung" hinauszulaufen. Das Unternehmen Hettlage betreibt zwei Vertriebsschienen, die 19 Filialen "Hettlage Mode+Sport" in Einkaufscentern plus das Münchner Cityhaus sowie die 25 besser laufenden Fachmärkte "MS Mode+Sport". Von den 45 Filialen in Deutschland haben nun 19 Häuser eine echte Chance - und alle gehören zur Vertriebsschiene "MS Mode+Sport".<P>An diesen 19 Filialen hängt nun auch das Schicksal der Hettlage-Zentrale in Neuried. Teile der Zentrale und des Logistikzentrums sollen für die Versorgung der Fachmärkte "MS Mode+Sport" aufrechterhalten werden. "Teile", das wiederum heißt für den Konzernsprecher Peter Berghoff: "Weniger als die Hälfte". Wer von den Mitarbeitern in Neuried gehen muss, entscheidet sich bis 1. Juli, wenn das Insolvenzverfahren eröffnet wird.<P>

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