Kinder der Projektgruppe Papierschöpfen drängen sich im Schatten unter einem der drei Schirme. Für über 300 Kinder reichen sie bei weitem nicht aus, und für sporadischen Unterricht im Freien fehlt es gänzlich an Sitzmöglichkeiten. Foto: Dagmar rutt

Hitzeproblem an der Grundschule: 33 Grad im Klassenzimmer, kaum Schatten im Hof

Gräfelfing - Der Grundschule Gräfelfing ist alles andere als hitzetauglich. Damit nicht genug, bietet auch der Schulhof keine Alternative: Hier fehlt es an Schatten und Mobiliar.

In den Klassenzimmern, die ihre verglaste Wand am Vormittag voll der Sonne zuwenden, herrscht in diesen Tagen brüllende Hitze: Gemessene 33 Grad bei praktisch stehender Luft, weil es an Durchzugsmöglichkeiten fehlt. Rektorin Angelika Nerz-Lidl: „Es ist der Wahnsinn. Nach fünf Minuten läuft jedem das Wasser in Strömen runter.“ Konzentration? Lernen? Still sitzen? Die Lehrer winken ab.

Eine Ausweichmöglichkeit wäre der Pausenhof - theoretisch. Praktisch schreibt die Rektorin in einem Brief an die Eltern: „Unterricht im Freien ist nicht möglich, da wir a) keine Sitzgelegenheiten haben und b) kein Schattenplatz vorhanden ist (nur drei Sonnenschirme ohne Sitzmöglichkeit; die Bäume spenden auf Jahre hinaus noch keinen Schatten).“ Und das für über 300 Kinder. Nerz-Lidl: „Es fehlt vielen die Vorstellungskraft, wie brutal die Hitze in diesem Hof ist, wie stark sich das Pflaster aufheizt und abstrahlt.“

Grundsätzlich käme Hitzefrei in Betracht. Doch das ist keine Dauerlösung für sechs verbliebene Sommer-Schulwochen und wirft hinsichtlich der Betreuung für viele Eltern große Probleme auf. In dieser bisher heißesten Woche hält die Schule zudem ihre Projektwoche ab, an der sich die Kinder begeistert beteiligen. Klassenübergreifend schöpfen sie in Gruppen Papier, basteln Masken und Burgen. Das will die Schulleiterin ihnen nicht nehmen.

Der Gemeinde ist das Problem spätestens seit letztem Jahr bekannt. Getan hat sich nichts, jedenfalls nichts Sichtbares. Für das Schulhaus selbst sind keine Veränderungen angedacht. Für den Pausenhof sind Sitzgelegenheiten geplant. Doch die werden erst während der Sommerferien errichtet, wie Bauamtschefin Elisabeth Breiter mitteilt.

Inzwischen häufen sich im Rektorat die Anrufe besorgter und erboster Eltern, deren Kinder mittags mit hochrotem, verschwitztem Kopf vom Hitzetag in der Schule gezeichnet sind. Angelika Nerz-Lidl: „Eine Mutter hat schon angeboten, privat einen Sonnenschirm zu kaufen, nur damit es etwas besser wird.“ Dazu muss es laut Elisabeth Breiter nicht kommen. Sie hat dieser Tage einen vierten Sonnenschirm bestellt.

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