Hochwasserschutz wartet auf das neue Baurecht

- Gräfelfing verschiebt erneut Entscheidung über Würm-Konzept

VON MARTIN SCHULLERUS Gräfelfing - Die Gräfelfinger Gemeinderäte haben die Entscheidung, ob sie sich am interkommunalen Rahmenkonzept Würmaue beteiligen wollen, ein weiteres Mal zurück gestellt. In der Diskussion im Bauausschuss am Donnerstag wurde klar, dass eine Mehrheit ein solches Konzept als für Gräfelfing nicht notwendig erachtet.

Wie berichtet, wollte der Städteplaner Johannes Dragomir ursprünglich für alle Würmtalgemeinden die Uferbereiche untersuchen. Er versprach Erkenntnisse über den notwendigen Hochwasserschutz (Konflikt Baurecht - Wasserrecht) sowie über Gestaltungsvarianten der Würmauen.

Während Planegg zustimmte, lehnten alle anderen Gemeinden ab - bis auf Gräfelfing. Die nördlichen Nachbarn wollten zunächst prüfen lassen, ob eine solche Studie, die sich auf Daten des Wasserwirtschaftsamtes stützen würde, sinnvoll sei.

Die Antwort von Prof. Valentin (TU München) war eindeutig: Ja, die Daten des Wasserwirtschaftsamte stellten eine seriöse Grundlage dar. Und ja, ein Hochwasser könne das Würmtal theoretisch jederzeit treffen, selbst wenn die Rückhalte-Funktion des Starnberger Sees unbestritten sei.

Dass die Gräfelfinger nun doch noch abwarten wollen, hat mehrere Gründe. Zum einen ist in Gräfelfing das Prinzip längst etabliert, die Ufergrundstücke möglichst in kommunale Hand zu bekommen und von Bebauung frei zu halten. Zum anderen entfällt das bisherige Argument, die Planegger aus Solidarität mit den Kosten nicht allein zu lassen: Nachdem zunächst ein staatlicher Zuschuss an die Beteiligung sämtlicher Gemeinden gebunden schien, gibt es ihn nun auch für Planegg alleine. Außerdem befürchten die Gräfelfinger, dass das neue Baurecht, das 2004 in Kraft tritt, den heutigen Rechtsstand überholen könnte. Friedrich Schweigl vom Bauamt: "Dann haben wir vielleicht gar nicht das, was der Gesetzgeber fordert."

Für eine Beteiligung argumentierte Frank Sommer (Grüne). "Wir müssen uns darum schon kümmern", sagte Sommer. Die Argumentation, kein Wissen anzustreben, das dann zum unliebsamen Handeln zwinge, sei nicht haltbar. Der Beschluss fiel mit 5:3 Stimmen.

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