Hoffnung für die Nachbarn der Freihamer Straße 2

- Gemeinde kann als Eigentümer Mobilfunk-Ausbau verhindern

VON MARTIN SCHULLERUS Gräfelfing - Der Kauf des Albrecht-Verlagsgebäudes samt Grundstück durch die Gemeinde (wir berichteten) darf die Nachbarn im Bereich Freihamer- und Hubert-Reißner-Straße freuen. Auf dem Dach des Bürogebäudes stehen seit einigen Jahren jene Sendeanlagen, die zur Gründung der ersten Bürgerinitiative gegen Mobilfunkantennen im Wohngebiet geführt hatten. Mit Recht können diese Bürger nun hoffen, dass die Kommune den Betreibern gegenüber eine andere Haltung einnehmen wird als es eine Firma oder Privatleute tun würden.

Die Mobilfunkbetreiber, deren Antennen auf dem Dach des Verlagsgebäudes stehen, haben zwar nach Auskunft der Gemeinde langfristige Verträge. Doch sobald die Firmen die absehbar notwendige Modernisierung der Anlage beantragen, wird die Kommune ihnen stattdessen einen anderen Standort vorschlagen. Diese Haltung bestätigte Bürgermeister Florian Ernstberger im Merkur-Gespräch. Ernstberger: "Als Eigentümer können wir weiteren Mobilfunk-Ausbau an dieser Stelle verhindern." Standort wird unattraktiv Dadurch werde der Standort mittelfristig unattraktiv. Die Gemeinde werde den Betreibern zugleich Alternativen unterbreiten.

Darauf baut auch Werner Kirchhof von der Bürgerinitiative. "Der Kauf durch die Gemeinde heißt nicht weniger, als dass der Besitzer ab sofort jemand ist, der grundsätzlich gegen Mobilfunk im reinen Wohngebiet eintritt." Daraus lassen sich laut Kirchhof mittelbar Vorteile für die Interessen seiner Initiative ableiten. Parallel zu dieser Perspektive gehen Kirchhof und seine Mitstreiter davon aus, dass "ungefähr in einem Monat" die Firma e-Norm, die im Auftrag der Gemeinde Alternativstandorte außerhalb reiner Wohngebiete vorschlagen soll, ihre Ergebnisse vorlegen wird - auch für den Standort Freihamer Straße 2.

Sicher scheint, dass durch den Besitzerwechsel zumindest an dieser einen Stelle das ehrgeizige Konzept der Gemeinde aufgehen dürfte, den Mobilfunk-Konzernen eigene Standorte aufzudrängen.

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