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Hauchdünne Mehrheit

Stichwahl um Bürgermeisteramt entschieden

Planegg - Spannender Wahlabend in Planegg: Ganze 41 Stimmen trennten die Kandidaten am Ende. Jetzt steht der Sieger fest.

Heinrich Hofmann ist Nachfolger der im September verstorbenen Annemarie Detsch als Planegger Bürgermeister. Der 64-jährige Immobilienmakler erhielt 50,56 Prozent der Stimmen. Der Abstand auf den unterlegenen CSU-Kandidaten Hermann Nafziger (49,44 Prozent) betrug lediglich 41 Stimmen. Die SPD stellt damit zum fünften Mal in der Geschichte der Gemeinde einen Bürgermeister. Trotz des sonnigen Wetters blieben – wie schon beim ersten Urnengang vor zwei Wochen – die meisten wahlberechtigten Planegger daheim. Mit 43,90 Prozent sackte die Wahlbeteiligung auf einen Tiefstwert ab. Offenbar trauten viele Bürger beiden Kandidaten das Amt nicht zu.

Im Foyer des Planegger Rathauses verfolgten ab 18 Uhr wieder etliche Gemeinderäte, Verwaltungsangestellte, Parteigänger und Freunde der Kandidaten den Ausgang der Stichwahl. Gegen 18.15 Uhr liefen die ersten Ergebnisse ein, die bereits auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hindeuteten. Zunächst lag Hofmann einen Prozentpunkt vorne, dann wieder Nafziger. Nach zehn von 13 ausgezählten Stimmbezirken hatten beide Kandidaten 50 Prozent – mehr Spannung ging nicht. Als schließlich zwölf Bezirke ausgezählt waren, lag Nafziger mit hauchdünnen 50,18 Prozent in Führung. Quälende 20 Minuten dauerte es, bis schließlich auch das Ergebnis des letzten Stimmbezirks (Martinsried Röntgenstraße) auf den Bildschirmen erschien. Offenbar hatten dort viele Bürger SPD gewählt, denn nun lag Hofmann vorne. 50,56 Prozent, das entspricht einem Vorsprung von lediglich 41 Stimmen. In diesem Moment entlud sich die Anspannung der SPD-Anhänger, die einander jubelnd in die Arme fielen.

Wenige Meter daneben das umgekehrte Bild: Hermann Nafziger und seinen Anhängern stand der Schock ins Gesicht geschrieben. „Das ist keine Niederlage für mich, sondern für Planegg“, sagte der CSU-Kandidat in einer ersten Reaktion. „Ich sehe große Probleme auf den Ort zukommen.“ Auf eine Neuauszählung der Stimmen will Nafziger wohl verzichten. „Das kann ich mir nicht vorstellen, ich habe keine Lust mehr.“

Glücklich, aber nicht euphorisch zeigte sich Wahlsieger Heinrich Hofmann. „Wir haben in den vergangenen Wochen eine super Leistung gezeigt. Ich bin glücklich, weiß aber um die Verantwortung, die das Amt mit sich bringt“, sagte der neue Bürgermeister, der immer wieder von Genossen beglückwünscht wurde. Er werde am Montag um 9 Uhr im Rathaus sein und sich einarbeiten. Die dramatische Auszählung sei „pures Adrenalin“ gewesen, sagte Hofmann. SPD-Vorsitzender Bernd Gropper lobte Nafzigers Entscheidung, auf eine Neuauszählung zu verzichten, als „sehr fair“. Die Aufgabe der Partei sei es nun, Hofmann in den nächsten Jahren zu unterstützen. „Und währenddessen müssen wir uns schon über einen neuen Kandidaten Gedanken machen“, sagte Gropper. Hofmann darf altersbedingt nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren.

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