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Hell und modern ist das Biomedizinische Centrum (BMC) in Martinsried geworden: Davon konnten sich auch die vielen hochrangigen Gäste bei einem Rundgang mit Ministerpräsident Horst Seehofer überzeugen. Dabei erhielten sie Einblicke in die Labore der Forschungseinrichtung.

Biomedizinisches Centrum Eingeweiht

Denkfabrik mit bayerischer Lebensart

Planegg - Es ist ein Bau der Superlative, den Ministerpräsident Horst Seehofer und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka in Martinsried eingeweiht haben. Der Gemeinde sichert das Biomedizinische Centrum (BMC) die Zukunft als Wissenschaftsstandort.

Der größte Bau, den das Bundesforschungsministerium jemals gefördert hat. Der größte Hörsaal auf dem Hightech-Campus der LMU. Die Reihe der Superlative, die im Zusammenhang mit dem neuen Biomedizinischen Centrum genannt werden, ließe sich problemlos weiterführen. Gestern weihten Johanna Wanka (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) das BMC, den Martinsrieder Meilenstein ein. Rund 60 Forschergruppen und etwa 450 Mitarbeiter forschen in dem rund 125 Millionen Euro teuren Neubau. Biochemie, Physiologie, Zellbiologie oder Immunologie – als Zentrum für angewandte Zellforschung können die Wissenschaftler mit ihrer Arbeit dazu beitragen, schwerwiegende Erkrankungen besser zu verstehen und Ansätze für neue therapeutische Strategien zu liefern. Bernd Huber, Präsident der LMU, nannte die Fertigstellung des BMC in seinem Grußwort „einen großen Erfolg für die Universität“. Peter Becker, Geschäftsführer des BMC, sprach von einem „Etappensieg“. Die Aufgabe bestehe nun darin, das Zentrum weiter mit Leben zu füllen und dass „es über die Grenzen hinaus von sich reden macht“. Ministerin Wanka bezeichnete den Bau als einen Ort, an dem die Besten der Besten zusammenkämen. Besonders stolz zeigte sich auch der Planegger Bürgermeister, Heinrich Hofmann (SPD). Martinsried werde national und international mit wissenschaftlichem Renommee in Verbindung gebracht. Der Campus sei eine Denkfabrik, „umgeben von viel Grün und bayerischer Lebensart“. Hinsichtlich der geplanten Verlängerung der U-Bahn-Linie 6 nach Martinsried sehe er mittlerweile „Licht am Ende des U-Bahntunnels“. Das bestätigte ihm auch Horst Seehofer, der das BMC als ein „Aushängeschild des modernen Bayern“ würdigte. Geld und Planfeststellung seien da. Es könne 2016 mit einem Baubeginn gerechnet werden. Künftig werden am Standort Martinsried in Spitzenzeiten bis zu 2000 Studenten ausgebildet. Eine davon ist etwa die 25-jährige Elisa Oberbeckmann aus Osnabrück. Sie beginnt demnächst mit ihrer Promotion in Molekularbiologie am BMC. Eine bewusste Entscheidung, wie sie sagt. „Es ist ein sehr schönes Institut und die Bedingungen sind hervorragend.“ Im Vorfeld verriet die Planegger Wirtschaftsförderin, Bärbel Zeller, dass es aktuell auch Gespräche gebe, einen Zusatz zum Ortsnamen einzuführen. Planegg könnte demnach künftig Universitäts- oder Wissenschaftsgemeinde heißen. Zeller: „Dem muss der Gemeinderat aber noch zustimmen.“

Andreas Huber

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