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Dreimal so viele Menschen wie von den Organisatoren erwartet kamen auf den Münchner Marienplatz, um gegen den geplanten Kiesabbau im Forst Kasten zu demonstrieren.

Münchner Marienplatz

Hunderte demonstrieren gegen Kiesabbau

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Dreimal so viele Menschen wie erwartet haben am Marienplatz für Forst Kasten demonstriert. Vor der Wahl wird im dortigen Rathaus aber wohl nichts mehr entschieden.

München / Würmtal – „Die Schieben die Belastung in die Region“, sagt Werner Engl, Vorstand des Grünzug-Netzwerks Würmtal und Kraillinger Gemeinderat der Grünen über den Münchner Stadtrat. Also zögerte er nicht, als er gebeten wurde, sich am Donnerstag bei der Demonstration am Münchner Marienplatz für den Erhalt des Waldes in Forst Kasten und gegen den von der Stadt München in Vertretung der Heiliggeistspital-Stiftung geplanten Kiesabbau auszusprechen. „Ich erlebe seit 30 Jahren, was mit Kiesabbau in der Region für Ungemach passiert.“ Er begrüße, dass die jüngere Generation Engagement zeige. Und er zeigt sich beeindruckt. „Ich habe mich gewundert, dass so viele Leute zusammenfinden und zwei Stunden lang für Aufruhr sorgen.“

Damit hatten auch die Veranstalter von der Initiative „Wald Neuried erhalten“ nicht gerechnet. Sie zählten rund 300 Teilnehmer und damit 200 mehr als erwartet, so Sprecherin Malwina Andrassy: „Ich hoffe, das hat auch was gebracht.“ Das Thema Forst Kasten soll nach aktuellem Stand erst am 18. März wieder auf der Tagesordnung des Stadtrates stehen – und damit nach der Kommunalwahl. Andrassy nimmt es gelassen: „Vielleicht ist der Stadtrat nach der Wahl anders zusammengesetzt. Das wäre vielleicht eine Chance für Forst Kasten.“ Am Donnerstag hätten sich bei der Demonstration nicht nur zahlreiche Leidensgenossen aus dem Würmtal eingefunden. Auch Münchner hätten sich informiert. „Viele waren überrascht, dass Wald im Forst Kasten gerodet werden soll“, so Andrassy. Astrid Pfeiffer vom Bund Naturschutz, Ortsgruppe Würmtal Nord, freut sich, dass auch Vertreter der Münchner Grünen, der ÖDP und der München-Liste mit Fahnen und Plakaten zur Unterstützung gekommen waren. Dazu noch der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Kreisgruppe München des Bund Naturschutz, Christian Hirneis. Zufrieden sagt Pfeiffer: „Es ist wirklich aufgefallen, dass wir da waren.“ Andrassy hat dabei beeindruckt, dass sich spontan Menschen zu Wort meldeten. Darunter der Kraillinger Gemeinderat Mathias Walterspiel (CSU-Fraktion). „Das fanden wir echt super.“

Doch nicht nur Wortbeiträge gab es mehr als erwartet. Die Unterschriftensammlung gegen Kiesabbau zählt seit Donnerstag 15 000 Unterstützer. „Das sind jetzt sechs richtig dicke Ordner“, so Andrassy. Mit diesem Ergebnis wird die Sammlung abgeschlossen. Der Protest aber geht weiter. Für Sonntag plant „Wald Neuried Erhalten“ gemeinsam mit dem Bund Naturschutz eine Filmvorführung im Kino Filmeck Gräfelfing: „Das geheime Leben der Bäume“ (siehe auch Seite 36).

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