"Ich hatte Angst": Kadi mildert Strafmaß

- Angeklagter fuhr mit Opel in Menschenpulk

VON ANDREAS SACHSE Gauting - Aus lauter Wut ist ein 19-Jähriger vergangenen Dezember mit seinem Opel in eine Gruppe junger Leute gefahren. Wohl nur einem Zufall ist zu verdanken, dass niemand ernsthaft zu Schaden kam. Lediglich ein junger Mann erlitt leichte Verletzungen am Bein. Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und vorsätzlicher Körperverletzung verurteilte das Amtsgericht Starnberg den aus Gauting stammenden jungen Mann zum Freizeitarrest und einem Jahr Führerscheinsperre. In der Berufung suchte der Auszubildende das Strafmaß jetzt zu mildern.

Offenbar war dem Vorfall am Abend des 12. Dezember 2002 in Gauting ein Streit zwischen dem 19-Jährigen und der Gruppe junger Leute vorausgegangen. Jedenfalls behauptet das der Azubi. Vor der Berufungskammer am Landgericht München gab er an, von der Gruppe provoziert worden zu sein. Direkt im Anschluss sei er auf einen Parkplatz eingebogen. Der später leicht am linken Bein verletzte junge Mann soll ihm den Weg versperrt und sich vor seine Kühlerhaube gestellt haben.

"Die Einfahrt war leicht abschüssig", erläuterte der Azubi, der erneut bestritt, Gas gegeben zu haben. Stattdessen soll einer der jungen Leute ihn durch das geöffnete Fenster hindurch am Kragen gepackt haben. "Ich hatte Angst", erklärte er dem Richter.

Führerschein sofort eingezogen

Laut Anklage jedoch soll der 19-Jährige ohne erkennbaren Grund mit hohem Tempo auf die Gruppe zugerast sein. Während sich die meisten jungen Leute noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, streifte der 19-Jährige mit seinem Wagen im Vorbeifahren einen der Heranwachsenden am Bein.

Noch am Tatort zog die Polizei den Führerschein des Unfallfahrers ein. Der Azubi verlor seine damalige Lehrstelle. Die vergangenen Monate habe er sich sehr schwer getan, berichtete er vor Gericht. "Ich wollte niemanden verletzen."

Dieser angedeuteten Entschuldigung wegen, vor allem aber aufgrund der für ihn spürbaren Folgen seiner Tat, reduzierte das Gericht das Strafmaß auf 40 Sozialstunden. Die Führerscheinsperre verkürzte es um rund eineinhalb Monate und stellte den Vorwurf der Körperverletzung gänzlich ein.

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