"Ich würde jederzeit wieder eine Kreuzfahrt unternehmen"

Würmtal - Betroffenheit herrscht bei den Würmtaler Reiseveranstaltern nach dem Kentern des Luxusschiffs "Costa Concordia". Abnehmendes Interesse an Kreuzfahrten fürchten sie indes nicht.

„Das ist eine namhafte Reederei“, sagt Sabine Lange, Mitarbeiterin beim Fantasia Reisedienst in Gauting, über Costa Corciere. Das Unglück vor der toskanischen Küste berührt sie sehr. „Ich kann mir vorstellen, was das für eine Panik sein muss, wenn man als Eltern beim Essen sitzt und nicht mehr zu den schlafenden Kindern in die Kabine gelangen kann.“ Schwimmende Paläste, die immer moderner, größer und voller werden, hätten nicht nur Vorteile. „Es ist schwieriger, 4000 Passagiere im Blick zu haben als 2000.“ Die Rolle des Sündenbocks will die Fachfrau nicht ausschließlich dem Kapitän zuschreiben. „Einer allein kann ja nicht die ganze Aufsicht haben.“ Mit Konsequenzen für die Reisebranche rechnet Sabine Lange nicht. Kreuzfahrten lägen im Trend, und daran werde das Unglück nichts ändern. „Wir haben viele Buchungen. Aida, MSC und ,Mein Schiff’ von Tui sind sehr gefragt.“

Während Kreuzfahrten früher als elitär galten, seien sie seit vier bis fünf Jahren auch für Familien attraktiv. „Inzwischen gibt es Kreuzfahrten ab Italien. Man kann mit dem Auto hinfahren und Kinder oft umsonst mitnehmen.“

Eveline Glaser, die sich auf Kreuzfahrten spezialisiert hat, ist erleichtert, dass sich keiner ihrer Kunden an Bord des Schiffes befand. Grund zur Verunsicherung sieht sie nicht. „Die Sicherheitsstandards sind höher als im Hotel“, sagt die Neuriederin. Außerdem werde jeder Passagier am zweiten Reisetag einer Seenotrettungsprüfung unterzogen. Allerdings sei es schwierig, 4000 Leute im Zaum zu halten, wenn Panik ausbricht. Das Unglück der „Costa Concordia“ könne einen kleinen Einbruch in der Kreuzfahrtbranche bedeuten, mit Stornierungen rechnet sie aber nicht. „So etwas ist erstmals seit der Titanic passiert, auf der Straße ereignen sich viel mehr Unfälle.“

Der Anblick des seitlich ins Wasser gekippten Nobel-Schiffes ist Julia Remien ständig präsent. „Unglücke können passieren“, seufzt die Mitterarbeiterin des Planegger Tui-Reisebüros. „Trotzdem würde ich jederzeit wieder eine Kreuzfahrt unternehmen.“ Den zahlreichen Kreuzfahrtinteressenten empfiehlt sie allerdings kleinere Schiffe wie von Hapag-Lloyd. „Ich persönlich mag die fahrenden Kleinstädte nicht so gerne.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erhebende Premiere in Maria Eich
Zum ersten Mal hat es jetzt bei der Wallfahrtskapelle Maria Eich eine Diakon-Weihe gegeben. Diese finden ansonsten im Münchner Liebfrauendom statt. Die Besucher erlebten …
Erhebende Premiere in Maria Eich
Tanklager Krailling: Anonymes Schreiben sorgt für Irritation
2,8 Kilometer Schienen werden erneuert, 2000 Holzschwellen ersetzt: Die Arbeiten am Bahngleis, das das Kraillinger Tanklager mit Freiham verbindet, sind in vollem Gange. …
Tanklager Krailling: Anonymes Schreiben sorgt für Irritation
Kleinere Überflutungen, vollgelaufene Keller
Der Dauer- und stellenweise Starkregen seit Sonntagabend hat zwar zu kleineren Überflutungen und vollgelaufenen Kellern geführt, viel passiert ist zum Glück aber nicht.
Kleinere Überflutungen, vollgelaufene Keller
Hundehalter fordern Zaun an der A 96
Hundebesitzer haben eine Petition gestartet. Sie fordern einen Zaun zwischen dem Gräfelfinger Paul-Diehl-Park und der Autobahn. Die zuständigen Stellen finden das …
Hundehalter fordern Zaun an der A 96

Kommentare