Ich-AG: Unwort und Retter in der Not

- Kraillinger machte sich selbständig

VON THERES MÜLLER Krailling - Gerade ist sie zum Unwort des Jahres gekürt worden, und dennoch: Kaum jemand kann sich konkret vorstellen, was sich hinter einer "Ich-AG" verbirgt. Einer, der es wissen muss, ist der Kraillinger Peter Schuller. Er machte sich vor nunmehr drei Monaten selbständig und gründete die Ich-AG Pax Consult - eine Unternehmensberatung für Geschäftsentwicklung, Vertrieb und Marketing im HighTech-Bereich.

Entstanden ist die Idee aus der Not heraus, so Peter Schuller. Bis zum Mai 2002 war er für ein amerikanisches Unternehmen tätig. Dieses zog sich aufgrund der wirtschaftlichen Lage aus Europa zurück und kündigte dem damals 47-Jährigen. Ein Wiedereinstieg in der schnelllebigen IT-Branche erschien dem Kraillinger nahezu aussichtslos. Aus einer schwierigen Lage neue Chancen zu ergreifen und diese erfolgreich umzusetzen, war nun das Gebot der Stunde, so Schuller. Und so entwickelte er aus dem Wissen seiner 20-jährigen Berufserfahrung eigenständig das Firmenprofil seines Beratungsunternehmens Pax Consult.

Diesen Geschäftsplan reichte er im Büro für Existenzgründung ein - einer eigenständigen Institution in den Räumen des Arbeitsamtes, bei der er im Vorfeld sich kostenfreies Informationsmaterial besorgte und an Seminaren teilnahm. Wirtschaftsprüfer und Steuerberater prüften seinen Geschäftsplan und bewerteten ihn schließlich als aussichtsreich. Schullers Ich-AG stand damit nichts und niemand mehr im Wege.

"Man muss sich darüber klar sein, was man kann und was man will." Und Schullers Potenziale liegen klar auf seinen vielfältigen Firmenkontakten und fachlicher Kompetenz in der HighTech-Branche. Schuller: "Meine Datenbank umfasst über 3500 Adressen." Zu den wichtigsten Kunden des Kraillingers zählen unter anderem die namhaften Software-Firmen Microsoft und die Keith-Koep GmbH, aber auch der Carl Gerber und der Schwaneberger Verlag.

Einen weiteren Faktor für den Erfolg eines Einzelunternehmens sieht Schuller darin, selbst aktiv zu sein, die Initiative zu ergreifen und eigene Vorstellungen verwirklichen zu können.

Für die Zukunft erhofft sich der 47-Jährige, dass sich Selbständige aus verschiedenen Branchen zu einem Netzwerk zusammenschließen, und so jeder auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten anderer Freiberufler zurück greifen und von deren Erfahrungen profitieren kann.

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