8000 Euro Geldstrafe

Illegal Waffen im Internet geordert

Wer im Internet illegal scharfe Waffen bestellt, muss mit einer saftigen Gedstrafe rechnen. Diese Erfahrung machte jetzt ein 50-jähriger Stockdorfer.

Stockdorf – Im Sommer 2016 orderte der Stockdorfer Unternehmensberater via Internet zwei Revolver, Kaliber neun Millimeter, ein Gewehr, Munition sowie 120 Pfeffersprays. Der Gesamtwert der Bestellung lag bei rund 2000 Euro. Etwa einen Monat später bestellte der Familienvater beim selben Online- Anbieter noch einmal eine beträchtliche Menge Hartgummigeschosse für rund 500 Euro. Der Straftatbestand im Prozess vor dem Starnberger Amtsgericht lautete auf unerlaubtes Verbringen von Schusswaffen und Munition.

Mitte November 2017 hatte ein Spezialeinsatzkommando der Polizei das Stockdorfer Anwesen des Angeklagten gestürmt und dabei die Haustür der Familie eingetreten. Noch heute ist der 50-jährige Unternehmensberater fassungslos hinsichtlich des rabiaten Vorgehens: „Das war eine Behandlung wie bei einem Schwerverbrecher.“ Schuldig fühlt sich der Mann in keiner Weise: „Ich hatte eine ganz normale Bestellung gemacht und hatte nicht einmal die Intention, etwas zu verbergen. Ich bin davon ausgegangen, ich bestelle eine ganz normale Gaswaffe – nicht etwas Verbotenes.“

Auch sein Verteidiger versuchte, die Sache zu bagatellisieren: „Mit Schreckschusswaffen haben wir noch als Kinder gespielt.“ Umsonst. Richterin Christine Conrad maß den bestellten Schusswaffen erhebliche Bedeutung zu. Im Zeugenstand schilderte die Zollfahndungsbeamtin (29), dass die Fahndung gegen den Stockdorfer im Zuge der Auswertung der Kundendatei des in Ungarn ansässigen Online-Waffenhandels zu Stande kam. Der ungarische Shop wurde inzwischen dicht gemacht. Die 29-Jährige stellte im Zeugenstand klar: „Die vom Angeklagten bestellten Waffen zählen als scharfe Waffen.“

Keinen Eindruck machte auch die Einlassung des Angeklagten, er habe Waffen und Munition nie erhalten. Immerhin bestellte er rund einen Monat später 15 Pakete mit je 50 Hartgummigeschossen nach. „Die Munition passt zu den Waffen“, so die Zollbeamtin.

Zwar konnten im Zuge der Hausdurchsuchung weder die Waffen noch die Munition im Haus des Angeklagte sichergestellt werden, aus Sicht von Staatsanwaltschaft und Justiz stand die Schuld des Stockdorfers jedoch fest.

Richterin Conrad setzte die Geldstrafe auf 8000 Euro (200 Tagessätze à 40 Euro) fest und ließ wissen: „Wer den kleinen Waffenschein hat, der ist nicht völlig unbeleckt. Da ist schon ein ausreichendes Grundwissen da. Allermindestens ist mit bedingtem Vorsatz gehandelt worden.“ Für den Angeklagten, der seit dem Vorfall sowohl den Waffenschein als auch seinen Laptop los ist, hat sich sein Einspruch gegen den Strafbefehl nicht bezahlt gemacht. Laut Strafbefehl wäre er um 800 Euro günstiger davongekommen.

Nilda Höhlein

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