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Radarkontrolle des Zweckverbands: Die Zahl der Delikte ist rückläufig, und das auch beim Falschparken.

Immer weniger Raser und Falschparker

Würmtal - Jeweils fünfstellige Summen nehmen die Gemeinden im Würmtal jährlich aus der kommunalen Verkehrsüberwachung ein. Und die zeigt Wirkung.

In Gräfelfing wird - verglichen mit den anderen Gemeinden im Würmtal - besonders häufig falsch geparkt. Und ebenso wird dort oft zu schnell gefahren. Das lässt sich den Statistiken des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberland entnehmen, dem alle fünf Würmtal-Gemeinden die Kontrolle ihres Verkehrs überantwortet haben.

Bis Ende September 2014 sind in Gräfelfing beachtliche 2390 Verwarngelder erhoben worden wegen falschen Parkens. Und in Gauting nur 859, obwohl dort das Personal des Zweckverbands immerhin auch 35 Stunden im Monat durch die Straßen streifte.

Ganz allgemein gehen die Verkehrsdelikte zurück, und zwar, wie Michael Braun, Geschäftsführer des Zweckverbands, erfreut feststellt, „total“. 2007 hat seine Einrichtung im Schnitt noch 26 Verkehrssünder pro Stunde geblitzt, inzwischen sind es nur noch 11,6. „Die Leute wissen inzwischen, dass wir regelmäßig kontrollieren, und auch, wo wir stehen.“

Einige Details: Geblitzt wurden in Gräfelfing 4022 Autofahrer, 20 Stunden im Monat ist dort der Zweckverband mit Radarfallen oder Lichtschranken präsent - was etwa sieben bis neun Messungen in vier Wochen entspricht. In Gauting wurde doppelt soviel kontrolliert (40 Stunden), aber dabei wurden vergleichsweise wenig Leute erwischt, die zu schnell unterwegs waren - 4716 nämlich.

Relativ schnell wird offenbar auch in Neuried gefahren, wo bis Mitte Dezember 3180 Personen die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten haben. 15 Stunden im Monat lässt die Gemeinde den fließenden Verkehr kontrollieren. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurden in Krailling nur 2657 Raser erwischt, und das bei gleichem Mess-Aufwand.

Was den ruhenden Verkehr angeht, leistet sich Neuried im Monat nur vier Stunden Kontrolle - dort wurden dann auch relativ wenig, nämlich nur 171 Strafzettel ausgestellt. Interessant ist, dass in Planegg in nur 15 Stunden Überwachung im Monat in den ersten drei Quartalen 2014 mehr Falschparker aufgeschrieben wurden (nämlich 970) als in Gauting, wo die Kontrolleure immerhin 35 Stunden im Monat nach unrechtmäßig abgestellten Autos Ausschau halten - und bis Ende September 859 fanden.

Bleibt die Frage nach den Einnahmen, die die Verkehrssünder, ob sie nun falsch geparkt haben oder zu schnell unterwegs waren, den Kommunen in die Kassen spülen. Gräfelfing bekommt, am meisten: Mit 74 912 Euro mussten dort die Autofahrer für ihre Verkehrssünden in den ersten drei Quartalen büßen. Am wenigsten wird ins Kraillinger Gemeindesäckel fließen, wo bis Ende September 36 885 Euro an Buß- und Verwarngeldern zusammenkamen. Neurieds Schnellfahrer und Falschparker haben in den ersten neun Monaten 2014 immerhin 46 605 Euro geblecht.

Allerdings, von dem Geld müssen die Kommunen erstmal den Zweckverband bezahlen - der freilich keinen Gewinn erwirtschaftet. 95 Euro verlangen die Tölzer für die Stunde Blitzen, 28 Euro für die Parkraumüberwachung. Die Bearbeitung eines Verfahrens wird mit sechs Euro berechnet.

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