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Kundin Lucia Päuna im Sozialkaufhaus Klawotte in Martinsried: Durch Corona kamen viele Spenden hinzu; angenommen wird jedoch nur Ware in gutem Zustand.

Sozialkaufhaus

In der Klawotte wartet gute Ware

  • Victoria Strachwitz
    vonVictoria Strachwitz
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Im Sozialkaufhaus Klawotte in Martinsried macht sich die Corona-Pandemie bemerkbar. Viele Menschen haben Zeit, ihre Kleiderschränke auszumisten. Trotz gutem Angebot wird wenig gekauft.

Martinsried – Nachfrage, Angebot und die Zahl der Helfer: „Alles hat sich halbiert“, sagt die Leiterin des Martinsrieder Sozialkaufhauses Klawotte, Christina Einhellig. Vor Corona seien täglich 100 Kunden in ihren Laden gekommen, jetzt seien es meist nicht mehr als 45. „In der Stadt ist wahrscheinlich auch nicht viel los“, meint Einhellig. Die Menschen seien eben noch vorsichtig, hätten Angst, sich anzustecken. Dafür zeigt sie Verständnis. Doch sie sagt: „Wir haben die schönsten Sachen, Markenkleidung, super Schuhe.“ Deshalb bedauert sie, dass aktuell sehr wenig gekauft werde.

Dass das Angebot so gut ist, ist ihrer strengen Auswahl zu verdanken. Und es ist der Tatsache geschuldet, dass durch die Ausgangsbeschränkung viele Menschen Zeit gefunden haben, auszumisten. Gerade am Anfang sei ihr viel angeboten worden. „Aber wir haben viel ablehnen müssen“, erklärt sie. Nicht, weil zu viel gespendet worden sei, sondern weil die Qualität in ihren Augen nicht passte. „Die Leute sind sehr unvernünftig.“ Viele hätten ihr Dinge gebracht, die seit Jahren in Kellern und Gartenhäusern gelagert worden seien. „Das ist Ware, die man keinem zumuten kann.“ Sie bittet um Spenden, die in einem Zustand seien, dass man sie selbst noch für einen kleinen Betrag kaufen würde. Menschen hätten ihr durchgelaufene Schuhe gebracht, mit den Worten: „Das kann sich doch noch jemand besohlen lassen.“ Einhellig achtet auf den Zustand der Ware und erklärt, wenn sie Dinge annehme, die sie dann entsorgen müsse, koste das ihre Einrichtung Geld. Und: „Es ist für uns auch Arbeit.“

In Zeiten von Corona fehlen ihr dazu umso mehr die Mitarbeiter. Von den ehrenamtlichen Helfern seien viele über 70 Jahre alt, gehörten damit zur Risikogruppe und arbeiteten nun nicht mehr. So stellt Einhellig fest: Nicht nur Nachfrage und Angebot, „auch die Zahl der Mitarbeiter hat sich mehr als halbiert“. Sieben von rund 20 seien ihr geblieben. Zu Höchstzeiten seien es früher 30 gewesen. Corona hat viel verändert. Sie ruft die Menschen dazu auf, sich in der Klawotte umzusehen. Um ihr Angebot weiter aufzustocken, bittet sie um gut erhaltene Spenden. Kleidung sollte gewaschen und möglichst auch gebügelt abgegeben werden. Wegen knapper Lagerkapazitäten bittet Christina Einhellig auch darum, nur Saisonware abzugeben.

Geöffnet

ist die Martinsrieder Klawotte an der Einsteinstraße 1 montags von 13 bis 18 Uhr, mittwochs von 9 bis 14 Uhr und freitags von 13 bis 18 Uhr. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 015 78/594 87 34.

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