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Dieter Müller vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst hielt ein Grundsatzreferat zu den für die Helferkreise relevanten Fragen.

Asyl-Helferkreise im Würmtal gut vernetzt

„Wir brauchen viele Unterstützer“

Planegg - Obwohl schon die dritte Veranstaltung seiner Art, war das Interesse an diesem Info-Abend der Volkshochschule Würmtal, in Kooperation mit dem Sozialnetz Würmtal-Insel, nicht geringer.

An die 100 Würmtaler kamen in den Planegger Pfarrsaal von St. Elisabeth, um sich auf den neuesten Stand der Dinge zum Thema „Flüchtlinge im Würmtal“ bringen zu lassen.

Zum Auftakt sprach als geladener Referent Dieter Müller vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst, einer internationalen Hilfsorganisation, die sich speziell um Flüchtlinge in Abschiebehaft kümmert. Müller gab einen fundierten Rückblick auf die europäische Flüchtlingssituation bis heute und erläuterte unter anderem die Maßnahmen der von der Bundesregierung erlassenen Asylpakete.

Zu der Situation vor Ort konnten freilich die Vertreter der Helferkreise Asyl genauer informieren. Unter dem Dach der Würmtal-Insel arbeiten die Helferkreise der Gemeinden Krailling, Planegg und Gräfelfing. In Planegg heißt es derzeit warten, bis die Unterkünfte fertiggestellt sind. „Wir brauchen dafür viele Unterstützer“, wirbt Manuela Suckau für den Planegger Helferkreis. Sei es für Übersetzungen, Kinderbetreuung oder auch für die Führung von Erstgesprächen. Suckau: „Wir werden, wie letztes Jahr schon in der Feo-Turnhalle, Karteikarten für jeden Flüchtling anlegen, damit wir genau Bescheid wissen und keinen offiziellen Termin versäumen.“

Helfende Hände werden auch in den anderen Gemeinden, wie Gauting, Stockdorf und Neuried benötigt. Allen Helferkreisen gemeinsam ist die organisatorische Aufteilung in verschiedene Arbeitsgruppen, wie Sprachunterricht, Dolmetscher, Hausaufgabenbetreuung oder Patenschaften. „Ganz toll wäre es, wenn wir aus verschiedenen Fachbereichen wie etwa Recht, Psychologie, Medizin Helfer hätten“, so Friederike Rother vom Gräfelfinger Kreis.

In die Container-Siedlung in Krailling ziehen im April 144 Flüchtlinge. Der dortige Helferkreis habe sich im letzten halben Jahr gut formiert, berichtete dessen Mitarbeiterin Sonja Welski-Preißer. Aber auch hier wird keine Unterstützung abgelehnt, erwartet die Gemeinde doch bis Ende des Jahres noch mal an die 100 Asylsuchende. „Kommen Sie zu unserem monatlichen Treffen ins Gemeindehaus Hubertus oder informieren Sie sich auf unserer gerade gestarteten Internetseite unter www.helferkreis-asyl-krailling.de“, ermunterte Weslki-Preißer.

Hilfe zur Selbsthilfe wird folglich überall dringend gesucht. Aber auch die Helfenden bekommen Hilfe. So veranstaltet das Sozialnetz Würmtal-Insel regelmäßig Infoabende und Fortbildungen für die Ehrenamtlichen. Damit die Integration tatsächlich gelebt werden kann, wünschen sich die Helferkreise aber noch ein größeres Miteinander zwischen Bevölkerung und den Flüchtlingen. Einen Anfang bieten jetzt die Evangelische Kirchengemeinde Gräfelfing und St. Elisabeth mit einer Reihe an Spieleabenden. Der erste findet am 5. April, von 19 bis 21 Uhr, im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Martinsried statt – für alle ab 16 Jahren, die gerne neue Kontakte „spielerisch“ knüpfen möchten.

hög

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