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Die Gleise auf dem Gelände sind in einem schlechten Zustand. 

Kraillinger Tanklager 

Insolvenzverwalter gibt Dieselvorrat frei

Krailling - Die Tschechische Republik darf ihren in Krailling eingelagerten Diesel abholen. Der Insolvenzverwalter der Viktoriagruppe AG will das Tanklager verkaufen.

Die Tanks des Kraillinger Tanklagers sollen geleert, das Areal verkauft werden. Der Insolvenzverwalter der Betreibergesellschaft Viktoriagruppe AG, Mirko Möllen, gibt die dort eingelagerten Dieselvorräte frei. Nicht ohne Risiko, denn die Eigentumsfrage ist ungeklärt.

Seit der Insolvenz im Dezember 2014 hatte die Verwaltung der staatlichen Materialreserven der Republik Tschechien (VSMR) dafür gekämpft, an die in Krailling eingelagerten Dieselvorräte zu kommen. Für die Nachbarn sollte die Nachricht des Insolvenzverwalters eigentlich ein Grund zu jubeln sein: Tschechien bekommt den Diesel. Doch die Freude dürfte verhalten ausfallen. Möllen hat den Kraftstoff für die VSMR Ende vergangener Woche nicht nur freigegeben, er hat sie dazu aufgefordert, die eingelagerten Dieselvorräte abzuholen. Gleichzeitig macht er aber deutlich: „Durch die Bereitstellung vor Ort wird nicht das Eigentum der Tschechischen Republik an den Dieselvorräten anerkannt.“ Möllen behalte sich ausdrücklich den Rückforderungsanspruch vor.

Das Insolvenzverfahren zieht sich nun schon über ein Jahr. Wiederholt seien Verhandlungsergebnisse mit den Gläubigern später von Seiten der VSMR wieder in Zweifel gezogen worden, so dass er gegenwärtig keinen Verhandlungsfortschritt feststellen könne, sagt Möllen.

Zudem habe die VSMR in dieser Zeit keine Lagergebühren oder Nutzungsentgelte bezahlt. „Durch die Auslagerung der Dieselvorräte soll insbesondere die Verwertung des Tanklagers ermöglicht werden“, erklärt Möllen. Scheinbar haben potentielle Käufer bislang kein Interesse an den Dieselvorräten bekundet.

Wie die Tschechische Republik oder die VSMR die Dieselvorräte abtransportieren will, ist noch nicht bekannt. „Hinsichtlich der Durchführung stellen sich noch weitere ungeklärte technische und rechtliche Problematiken“, erklärt der Insolvenzverwalter. Zu den rechtlichen Problemen könnte gehören, dass die Tanks im Oktober 2014 vom Zoll versiegelt wurden. Technisch schwierig ist der Zustand der Gleise auf dem Gelände des Tanklagers. Zuletzt waren sie gesperrt. Um den Kraftstoff abzutransportieren, bräuchte es ein intaktes Schienennetz. Wie berichtet, wurde die Pipeline, mit der früher das Öl Richtung Landsberg gepumpt wurde, 2010 in den Ruhebetrieb versetzt. Ein Transport auf der Straße komme nicht in Frage, erklärte der Vorsitzende der VSMR, Pavel Svagr, bereits 2015.

Victoria Strachwitz

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