Nächste Runde im Rennen ums Stromnetz beginnt

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Würmtal - Die Neuvergabe der Stromnetze in Gauting, Planegg und Krailling geht in die nächste Phase. Seit Mittwochabend ist die Bewerberliste zu.

Die zähe, seit Jahren andauernde Neuvergabe der Stromnetzkonzessionen in Gauting, Planegg und Krailling ist zumindest formal vorangekommen. Am Mittwoch endete die Frist zur Interessenbekundung für mögliche Bewerber. Wie groß das Interesse am zukünftigen Betrieb der örtlichen Verteilungsnetze ist, bleibt vorerst jedoch unklar. Über die Zahl der abgegebenen Bekundungen war am Donnerstag nichts zu erfahren.

Aus dem Kraillinger Rathaus hieß es lediglich, es seien Bewerbungen eingegangen. Details könne man aufgrund des laufenden Verfahrens nicht nennen. Mit einer Entscheidung durch die Konzessionsausschüsse der drei Gemeinderäte sei frühestens Anfang 2017 zu rechnen. Den Interessenten würden demnächst erst die genauen Kriterien mitgeteilt, die für die Vergabeentscheidung relevant seien. Anhand dieser Kriterien würden die ausführlichen Bewerbungsunterlagen erstellt. Solange dieser Prozess laufe, werde man keine Informationen veröffentlichen, die Bewerbern Rückschlüsse auf mögliche Konkurrenz ermöglichten.

Die Bayernwerk AG bestätigte derweil auf Nachfrage, dass sie über die Stromnetz Würmtal GmbH ihr Interesse an einer Netzübernahme offiziell bekundet hat. In einer vorangegangen Ausschreibung hatte die Würmtal Holding – eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der drei Gemeinden, die bislang nur als Muttergesellschaft des Regionalwerks Würmtal tätig war – einen potenziellen Partner für eine Netzübernahme gesucht und sich für die Bayernwerk AG entschieden. Mit einer gemeinsamen Netzgesellschaft, der Stromnetz Würmtal GmbH, wolle man sich um die Konzessionen bewerben, hatten die Beteiligten vor der jetzt zu Ende gegangenen Ausschreibung mitgeteilt.

Die Bayernwerk AG und die Würmtal Holding wollen sich den durch gesetzlich garantierte Durchleitungsgebühren lukrativen Netzbetrieb teilen. Für einen Anteil von 51 Prozent an der Netzgesellschaft soll die Holding im Falle einer erfolgreichen Bewerbung fünf Millionen Euro an die Bayernwerk AG bezahlen, quasi als Ablöse für die Netze, die die EON-Tochter bisher alleine betreibt und deren Wert sie auf zusammen rund zehn Millionen Euro beziffert.

Doch dieses Konstrukt, das faktisch eine Teilrekommunalisierung der Stromnetze wäre, ist scheinbar noch nicht in Stein gemeißelt. Die Gemeinderäte in Gauting, Planegg und Krailling haben vor rund einem Monat beschlossen, dass eine solche Netzablöse nur vollzogen würde, wenn sie sich fremdfinanzieren ließe. Auch einer Bürgschaft wollte zumindest der Gautinger Gemeinderat nicht zustimmen.

Die Bayernwerk AG will eine solche Prozentverteilung der Anteile nicht bestätigen. Ein Sprecher erklärte am Donnerstag auf Nachfrage: „Die Stromnetz Würmtal GmbH ist gegründet, sie hat im Konzessionsverfahren ihr Interesse bekundet, und die Bayernwerk AG ist an der GmbH beteiligt.“ Zu Anteilseignern und Prozentverteilungen äußere man sich derzeit nicht.

Auch Gautings Bürgermeisterin Brigitte Kössinger, Mitglied im Aufsichtsrat der Würmtal Holding, wollte auf Anfrage nicht auf Details eingehen. Sie sagte lediglich: „Was bisher vereinbart wurde, ist weiter unser Plan.“ Der Sprecher der Bayernwerk AG sagte, das primäre Interesse des Unternehmens sei, weiter Netzbetreiber zu bleiben. Das könne in Partnerschaft geschehen, „aber für uns sind alle Optionen offen.“

Die bisherige Konzession der Bayernwerk AG ist schon vor Jahren ausgelaufen. Doch gegen eine erste Vergabe an das Regionalwerk Würmtal und die Stadtwerke München hat das Unternehmen geklagt und 2013 Recht bekommen. Bis zu einer Neuvergabe bleibt es Netzbetreiber.

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