Invasion der Ameisen

Neuried - Waldameisen suchen auch dieses Jahr wieder Neurieds Spielplätze heim. Jetzt rückt ein Forscherteam der Universität München den Insekten zu Leib.

Biologiestudenten der LMU Martinsried wollen die Hautflügler am Spielplatz Lindenallee und in den Sandkästen am Mühlweg mit eigenen Waffen schlagen. Noch bis Herbst läuft das komplett giftfreie Forschungsprojekt. Die Studenten nehmen auch mit Anwohnern Kontakt auf und führen Interviews durch. Die Spielplätze sind aber nicht gesperrt.

Unter die Lupe nehmen die Jungakademiker vor allem Standortwahl, Nahrungsgewohnheiten und Nestbaumaterialien. „Die Population ist schon gezählt“, erklärt Peter Herrmann vom Bauamt. „Jetzt geht es darum herauszufinden, welche Futterquellen die Ameisen bevorzugen.“ Sollte sich herausstellen, dass die Formica fuscocinerea oder grauschwarze Sklavenameise etwa Ahornsirup zur Lieblingsspeise zählt, könnte man die betreffende Pflanze entfernen. Eine lukullische Vorliebe ist bereits bekannt, der Honigtau, eine Ausscheidung der Baumläuse.

Vor Ort informieren jeweils Hinweisschilder über das Projekt. „Ziel ist, eine nachhaltige und umweltverträgliche Methode zu finden, um die unerwünschten Eindringlinge zum Verschwinden zu bringen, ohne sie auszurotten“, sagt Herrmann. Deshalb steht die tierische Verhaltensweise im Fokus der Forschungsarbeit. Die Ameisen wagen sich erst bei Temperaturen über 20 Grad, vereinzelt ab 15 Grad, aus dem Bau. Im süddeutschen Raum hat ihre Verbreitung explosivartig zugenommen. Sie sollen sich angeblich der Isar entlang aus den Alpen auf ihren Weg gemacht haben. „Die unerträgliche Zunahme an der Lindenallee beobachten wir schon seit zwei Jahren“, berichtet Herrmann.

Letztes Jahr legte die Kommune biologische Köder aus. Die Insekten schleppten die Fressköder mit zuckerhaltiger Lösung in ihre Nester und verfütterten sie an die Larven. Weil die Stoffe unverträglich waren, dezimierte sich der unerwünschte Nachwuchs - leider nur vorübergehend.

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