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Der Riesenbärenklau hat sich auch im Würmtal verbreitet.

Invasive Pflanzen bedrohen heimische Arten

Gefährliche Eindringlinge

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Würmtal - Nicht nur in Politik und Wirtschaft ist Globalisierung ein Thema, sondern auch in der Natur.  Pflanzen kommen in Gebiete, in denen sie nicht heimisch sind – was zu teils großen Problemen führt.

Das Bundesamt für Naturschutz hat aktuell ein Management-Handbuch für den richtigen Umgang mit invasiven Arten veröffentlicht. Zwei besonders verbreitete Neophyten sind die Kanadische Goldrute und die Riesengoldrute – die inzwischen auch im Würmtal heimisch sind. Sie verbreiten sich vor allem an trockenen Bahndämmen und besonnten Wegrändern im Wald. Das Biotop nördlich des Gautinger Bahnhofs mit vielen geschützten Arten musste vom Bund Naturschutz Würmtal sowie dem Verein Heide Achse „von einer richtigen Invasion von Goldruten“ befreit werden, berichtet Maximiliane Mehringer von der Kraillinger Ortsgruppe des Bund Naturschutz. Diese Reduzierung „dauerte sechs Jahre und muss fortgesetzt werden“, so Mehringer. Am Bahndamm, von wo die Goldrute ihren Ausgang genommen hat, überwucherte sie Pflanzenarten, die auf der roten Liste stehen, also der Liste der geschützten Arten.

Und genau dies ist das Problem, das Naturschützer mit den invasiven Arten haben. Sie verdrängen oft die einheimischen Pflanzen aus ihren ohnehin nur geringen Lebensraumflächen und behindern konkurrenzschwächere Arten. „Ihre Bekämpfung ist mühsam und oft notwendig“, sagt Mehringer. Häufig gebe es Konflikte, wie man sie bekämpfen soll, da die Naturschützer dafür wertvolle Gebiete betreten müssen, erklärt Mehringer. „Aber ohne Pflege sind die mageren Biotope nicht zu retten.“

Verbrennungen auf der Haut, auch durch feuchte Kleidung hindurch, verursacht die Herkulesstaude, auch Kaukasischer Riesenbärenklau genannt. Die Samen der Pflanze, die bis zu drei Meter hoch wird, verbreiten sich zum Beispiel von der Planegger Kiesgrube auf den Kraillinger Osthang. Die Staude kommt auch auf schönen Wiesen im südlichen Kreuzlinger Forst vor und wird dort vom Forstamt bekämpft. Besonders gefährlich ist sie für Kinder, wenn diese mit ihr spielen. Der kleine heimische Bärenklau ist im Gegensatz dazu nicht richtig giftig. Bekämpft wird die Pflanze, indem die Triebe im Frühjahr ausgegraben werden – eine ziemliche Arbeit für Naturschützer und Bauhöfe.

Auf feuchten Stellen an Gewässern oder in Wäldern kommt auch das Indische Springkraut häufig vor. Das Kraut breitet sich sehr schnell aus und bereitet so ebenfalls einheimischen Arten Probleme. Es wurde als Bienenweide eingeführt und wird aus ästhetischen Gründen geschätzt.

Auch einige fremdländische Cotoneaster-Arten müssen die Naturschützer bekämpfen, da sie die Magerrasen bedrohen. Vögel verbreiten sie aus Gärten und Friedhöfen in die freie Landschaft. Die amerikanische Traubenkirsche hat sich im ehemaligen Kraillinger Pioniergelände wohl ebenfalls durch Vögel in letzter Zeit stark vermehrt.

Der Japanische Staudenknöterich, eine Zierpflanze, kommt die Würm abwärts nach Süden vor. Ein Busch stand lange Zeit neben der Parkplatzeinfahrt am Planegger Tengelmann. Sie bevölkerte auch lange Zeit das Würmufer im Grubmühler Feld, zum Beispiel nördlich des Fuchsstegs. Die Naturschützer hoffen, dass sie nicht in die wertvollen Würmauen südlich der Reismühle vorstößt.

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