Italiener fürchten Konkurrenz durch das neue Café Macher

- Verärgerung über Freischank-Genehmigung

VON NICOLE KALENDA Planegg - Die Nachricht, dass ab September im ehemaligen Café Macher Pizza, Pasta, Cappuccino und Co. angeboten werden, hat die italienischen Gastronomen in Planegg aufgeschreckt. "Eine Bereicherung für die Bürger wäre eine Alternative, nicht immer das selbe", sagte Gioacchino Dimaggio von der Pizzeria Italia im Merkur-Gespräch.

Die Gemeinde hat die Macher-Räume an das Ehepaar Silke und Andre Bahlo verpachtet, die eine Kombination aus Espresso-Bar mit Terrasse, Bar und Restaurant in mediterranem Stil planen. Die Bahlos sehen ihr Konzept als Bereicherung, die italienischen Wirte als Konkurrenz. "Wenn die Pizza und Tramezzini machen, machen sie uns Konkurrenz", sagt Giuseppe Sammataro vom Vulcano in der Pasinger Straße. "Nichts an dem, was sie anbieten, ist neu", ergänzt Pietro Bianco, Ristorante Terrazza. Der Meinung seien auch seine Gäste. "Sie sprechen mich an und sagen: ,Schon wieder ein Italiener.`"

In der Bahnhofstraße gibt es mit Terrazza und Italia zwei italienische Restaurants, in Planegg, den Ortsteil Martinsried ausgenommen, insgesamt fünf. Hinzu kommt die Eisdiele Sagittario im Hubertuspalais.

Dimaggio erinnert daran, dass es vor Jahren, als das Bräustüberl leer stand, bereits hieß, es gebe zu viele Italiener. Irritiert sind er und Bianco auch, dass die Pächter zusätzlich zur Dachterrasse einen Teil des kleinen Platzes vor der Kreissparkasse im Sommer bestuhlen dürfen. Dimaggios Antrag, zwei Monate im Jahr zwei Parkplätze in eine Freischankfläche umzuwandeln, war vor Jahren abgelehnt worden. Bianco wartet noch auf eine Entscheidung, ob er seine Terrasse in eine Art Wintergarten verwandeln darf. "Konkurrenz belebt das Geschäft. Das ist kein Problem, aber man muss unterscheiden, was Planegg braucht", sagt Dimaggio. Er und seine Kollegen bedauern, dass die Pacht weder öffentlich ausgeschrieben, noch die Bürger nach ihren Wünschen gefragt worden seien. "Nach zwei Monaten macht der wieder zu", prophezeit Sammataro.

Die Gastronomen sehen durchaus Bedarf für ein Lokal, nur nicht mit italienischem Flair. "Es war ein Café, es soll ein Café bleiben", erklärt Bianco. Auch ein Tanzcafé oder eine für Jugendliche konzipierte Einrichtung seien willkommen. Dimaggio: "Aber dann als Bistro und nicht als Speiserestaurant."

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