Wetter in Deutschland: DWD meldet höchste Warnstufe - wo jetzt schwere Gewitter drohen - Extrem-Hitze hält an

Wetter in Deutschland: DWD meldet höchste Warnstufe - wo jetzt schwere Gewitter drohen - Extrem-Hitze hält an
Lochhamer Jahnplatz im Schneetreiben: Seit Dekaden laufen Bemühungen um eine Sanierung. Eine symbolträchtige Baugrube ist das einzig sichtbare Ergebnis. Foto: rutt

Jahnplatz: CSU macht Druck auf eigene Fraktion

Gräfelfing - „Lochham will kein Loch ham!“ Mit Sprachwitz startet die Gräfelfinger CSU in den Wahlkampf - und nimmt mit dem leidigen Thema Jahnplatz billigend in Kauf, der eigenen Ratsfraktion und dem CSU-Bürgermeister Beine zu machen. Der nimmt es sportlich.

Der Lochhamer Jahnplatz mit seiner ewigen Baugrube hat, ähnlich wie der Berliner Flughafen, in der Bürger-Wahrnehmung den Statuswechsel vom politischen Problem-Projekt zur Lachnummer längst hinter sich. Die mehr oder minder intensiven Bemühungen, die Lochhamer Ortsmitte zu einem städtebaulich und wirtschaftlich zeitgemäßen Ortsteilzentrum aufzuwerten, erstrecken sich über Dekaden - bisher ohne sichtbaren Erfolg. Was liegt also näher, als dieses Bermudadreieck politischer Ambitionen zum Wahlkampf-Aufhänger zu machen?

Die CSU ist keineswegs die erste Gruppierung, die das erkennt; 2012 schon hatte die IGG Passanten aufgefordert, ihre Wünsche auf Zettel zu schreiben und diese an eine Wäscheleine gehängt, um sie öffentlichkeitswirksam dem Bürgermeister zu überreichen. Dass die CSU nun am Samstag einen Informationsstand am Rande des Baugruben-Kraters auf dem Jahnplatz abhält (10 bis 12 Uhr), birgt indes eine pikante zusätzliche Komponente: Immerhin ist es die CSU, die seit knapp zehn Jahren den Bürgermeister stellt und mit einer zehnköpfigen Ratsfraktion schier beliebigen Gestaltungsspielraum genießt.

Insofern kann die CSU-Ortsvorsitzende gar nicht anders, als beim Thema Jahnplatz-Sanierung die eigene Fraktion und den Bürgermeister mit ins Gebet zu nehmen. Petra Schmid, die für den Jahnplatz das griffige Motto „Handeln statt Labern“ ausgegeben hat, bekräftigt im Merkur-Gespräch: „Wir müssen hier Flagge zeigen, damit etwas vorangeht, und machen durchaus auch der eigenen Fraktion und dem Bürgermeister Druck: Leute, tut mal was und fühlt euch nicht nur wohl im Rathaus.“ Eine Aufforderung, die freilich den Gemeinderat als Ganzes zum Adressaten habe. So sei auch nicht primär der Eigentümer des Grundstücks mit der Baugrube gemeint. Schmid: „Wir wollen die Prioritäten der Gemeinde beeinflussen, weg von Gutachten und endlosen Diskussionen, hin zu einer pragmatischen, zeitnahen Lösung.“

Damit grenzt die CSU sich überdies von der IGG ab, der eine breite Bürgerbeteiligung mit entsprechend umfangreichen Prozessen der Meinungsfindung vorschwebt.

Bürgermeister Christoph Göbel zeigt auf Anfrage Verständnis für den Profilierungsbedarf der CSU - auch und gerade im Angesicht einer Gräfelfinger Kommunalwahl ohne einen Kandidaten Göbel, der sich bekanntlich um das Amt des Landrates bewirbt. Göbel: „Ich empfinde diesen Vorstoß nicht als persönlichen Angriff, sondern er ist ganz in meinem Sinne. Die CSU darf das ruhig pointiert darstellen.“ Derzeit laufe die technische und wirtschaftliche Prüfung der Sieger-Entwürfe aus dem Ideenwettbewerb vom Sommer 2012. Im Frühjahr werde die Gemeinde entscheiden, „mit welchem Entwurf wir wie weiter machen“. Die Schwierigkeit am Jahnplatz bestehe nach wie vor in der Notwendigkeit, die Interessen der Gemeinde und jene des Immobilien- und Grundstückseigentümers im Norden des Platzes unter einen Hut zu bringen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Würmtal: 16 Prozent weniger Straftaten
Die Kriminalität ist fast überall im Würmtal zurückgegangen, nur in Neuried nicht. Die Unfälle wurden ebenfalls weniger, dafür waren sie aber schwerer. Das ist die …
Würmtal: 16 Prozent weniger Straftaten
Krailling: Radtour zum Kloster Fürstenfeld
Über die römische Via Julia zur spätbarocken Klosterkirche: Die Radtour von Krailling nach Fürstenfeldbruck führt durch fast 2000 Jahre Baugeschichte. Auf dem Weg liegt …
Krailling: Radtour zum Kloster Fürstenfeld
Hermann Nafziger: „Es macht mir Höllenspaß“
100 Tage Bürgermeister, 100 Tage Corona: Die Pandemie bestimmt nicht nur den Arbeitsalltag im Planegger Rathaus, sie setzt auch die Themen – vom geschlossenen Wellenbad …
Hermann Nafziger: „Es macht mir Höllenspaß“
Experten empfehlen Pflasterfläche
Beim Umbau des Rathausplatzes 2015 hat die Gemeinde Gräfelfing einen progressiven verkehrsplanerischen Ansatz gewählt. Doch sie hat ihn nicht konsequent zu Ende geführt.
Experten empfehlen Pflasterfläche

Kommentare