Jahnplatz-Sanierung: Vision trifft auf Wirklichkeit

Gräfelfing - Seit langem soll der Gräfelfinger Jahnplatz saniert werden. Jetzt beschloss der Gemeinderat, die Planer mit dem wichtigsten Eigentümer zusammenzubringen.

Das Projekt Jahnplatz-Sanierung gehört zu den Gräfelfinger Dauerbrennern, wie bis vor kurzem noch die Umgehungsstraße. Vor einem Jahr raffte sich die Gemeinde endlich zu einem groß angelegten Ideenwettbewerb auf, an dem sich 26 Architekturbüros aus ganz Deutschland beteiligten. Mit Bedacht hatte die Gemeinde keinen Realisierungswettbewerb ausgelobt, ist somit nicht an die Umsetzung der Siegerentwürfe gebunden. Einer reinen Ideensammlung entsprechend weit gefasst war die Auftragsbeschreibung - und entsprechend Visionär die Ergebnisse der Architekten und Planer, die munter über fremde Grundstücke und wirtschaftliche Gegebenheiten hinweg zeichneten.

Diese Visionen müssen sich nun der Realität stellen. Sie tun dies zunächst in Form eines Treffens zwischen dem wichtigsten Grundbesitzer am Jahnplatz, dem das Tengelmann-Grundstück ebenso gehört wie das benachbarte ehemalige Post-Grundstück mit der markanten Baugrube, und dem ersten und zweiten Preisträger des Wettbewerbs vom letzten Sommer. Das sind die Büros Markus Fiegl aus Berlin sowie Schaltraum aus Hamburg.

In der Sitzung des Gemeinderates am Dienstag führte Bürgermeister Christoph Göbel aus, dass auf Seiten des Eigentümers und seines Architekten Bereitschaft bestehe, sich an einen Tisch zu setzen, um die Vorstellungen der auswärtigen Planer und die Wünsche des Eigentümers unter einen Hut zu bringen. Dabei werde sich auch zeigen, welcher der beiden Preisträger mit diesen Bedürfnissen kompatibler sei.

Zugleich soll ein unabhängiges Fachbüro der Frage nachgehen, welche Geschäftsstruktur am Jahnplatz nötig wäre, um den Einzelhandelsstandort zu halten und sein Überleben trotz - oder gerade wegen des Umbaus - zu sichern. Dies ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil daraus die benötigte Menge an umbautem Raum deutlich wird.

Ein weiteres Element brachte die IGG ein, wenn auch nicht im gewünschten Maß. Benno Stübner hatte vorgeschlagen, parallel die Anwohner, Eigentümer und Geschäftsinhaber der Umgebung des Jahnplatzes an einem runden Tisch zu beteiligen. Damit solle sichergestellt werden, dass nicht an ihren Wünschen und Bedürfnissen vorbei Entscheidungen getroffen würden. Diese Haltung hatte die IGG zuvor schon in Aktionen wie der „Wünscheleine“ am Jahnplatz und mehreren Stellungnahmen dokumentiert.

Im Gemeinderat stieß sie auf geteilte Gegenliebe. Bürgermeister Göbel verwies darauf, dass es aktuell keine Planung gebe, mit der die Bürger befasst werden könnten. Göbel: „Wir sind nicht gewählt um zu sagen: ,Wir wissen nicht weiter, habt Ihr eine Idee?’“

Einstimmig beschloss der Gemeinderat schließlich, die Geschäftsinhaber und Eigentümer des Jahnplatzes so früh, wie dies sinnvoll möglich sei, an einen runden Tisch zu laden. Diesen Kreis auf sämtliche Anwohner des Quartiers auszuweiten, lehnte das Gremium hingegen mit 9:9 Stimmen ab.

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