20 Jahre für Umwelt und Menschen

Planegg - Der Wertstoffhof Planegg feiert Jubiläum. Seit 20 Jahren können die Planegger dort ihren Müll entsorgen. Und sind damit karitativ tätig.

Er ist der Mann der ersten Stunde: Günther Riermaier leitet den Planegger Wertstoffhof seit nunmehr 20 Jahren. „Ich habe mit eröffnet“, sagt er. Keiner kennt die Einrichtung so gut wie er. In den vergangenen 20 Jahren hat sich einiges getan. Die Zahl der dort zu entsorgenden Müll- und Wertstoffarten, der Fraktionen, wie es im Fachjargon heißt, ist von zwölf auf 30 gestiegen. Die gesetzlichen Vorgaben hätten sich geändert. Heute werde strenger getrennt, es brauche mehr Container. „Das macht die Entsorgung oft nicht leichter. Wir kommen mit dem Platz bald nicht mehr aus, obwohl wir viel Platz haben“, bedauert Riermaier.

Die Planegger nehmen den Wertstoffhof inzwischen gut an. „Vor 20 Jahren war es bei der Bevölkerung nicht üblich, dort hinzufahren“, erklärt Riermaier. Im ersten Jahr kamen gerade einmal 21 000 Planegger, um ihren Müll zu entsorgen. 2014 seien es bereits knapp 40 000 gewesen. Die Leute seien aufgeklärter, meint Riermaier. Die heutigen Erwachsenen seien damit aufgewachsen, dass es einen Wertstoffhof gebe. „Das merkt man gewaltig“, sagt er.

Auch das Verständnis der Bürger sei gewachsen. „Der Umweltgedanke spielt eine Rolle“, aber auch finanzielle Erwägungen. Wer viel zum Wertstoffhof bringe, der brauche zu Hause eine kleinere, günstigere Mülltonne. Da der Wertstoffhof in Planegg über die Müllabgabe bezahlt wird, versucht die Gemeinde die Kosten zu reduzieren. „Die Gemeinde versucht, mit Papier Geld zu verdienen.“ Ebenso mit Metall und Glas. Das Problem sei aber: „Man kann damit nicht rechnen. Die Preise für Alteisen bestimmt zum Beispiel die Nachfrage am Weltmarkt“, weiß Riermaier. Weil am Ende doch die Müllabgabe ausschlaggebend sei, dürften nur die Planegger ihren Wertstoffhof aufsuchen. Außer für Autoreifen müssten dort keine Gebühren mehr entrichtet werden.

Weithin unbekannt ist, dass am Wertstoffhof selbst Kork und Kerzenwachs gesammelt werden. „Wir arbeiten mit Behindertenwerkstätten zusammen, die verarbeiten das weiter“, erklärt Riermaier.

Seine Mitarbeiter sind übrigens nicht bei der Gemeinde angestellt. Sie arbeiten für das gemeinnützige Unternehmen „Regenbogen“. Und das seit der Eröffnung des Planegger Wertstoffhofes. Das Regenbogen-Team stelle Mitarbeiter, denen eine psychische Erkrankung nicht ermögliche, am normalen Berufsleben teilzunehmen. „In der Regel sind die Leute hier sehr zuverlässig“, sagt der Betriebsleiter der Regenbogen Arbeit gGmbH, Holger Schmidt, lobend.

Nicht nur die Menschen, die eine psychische Erkrankung erlebt haben, auch die Bürger und die Gemeinde Planegg profitierten von der Zusammenarbeit. Denn das Regenbogen-Team stelle mehr Mitarbeiter bereit, als es üblicherweise an Wertstoffhöfen gebe. Dass die Zusammenarbeit nun bereits seit 20 Jahren bestehe, bestätige seine Annahme, dass die Gemeinde Planegg mit der Leistung der Mitarbeiter zufrieden sei.

Info: Die Gemeinde feiert 20 Jahre Wertstoffhof am Samstag, 18. Juli, von 9 bis 13 Uhr an der Münchner Straße 99. Die Bevölkerung ist dazu eingeladen. Es gibt Informationsstände, Essen und Getränke.

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