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Bürgermeister Heinrich Hofmann (li.) überreichte die Planegger Bürgermedaille an (v.li.): Thomas Schaffert, Dieter Friedmann, Peter Kirschning, Marianne und Claus Wächter.

Gemeinde Planegg verleiht fünf Bürgermedaillen

Jahrzehnte im Dienst der Gemeinschaft

Planegg - Zum Jahresbeginn hat die Gemeinde Planegg verdiente Bürger geehrt. Diesmal wurden gleich fünf Personen mit der Bürgermedaille ausgezeichnet.

Wahrscheinlich ein Novum in der Geschichte Planeggs: Der Geehrte gibt mit einem Augenzwinkern die Geburtswehen seiner eigenen Ehrung zum Besten. Die grundsätzliche Frage, ob man ein Ehrenamt bewerten kann und soll, wurde einst im Gemeinderat heiß diskutiert. Der ehemalige Bürgermeister Dieter Friedmann hat dieses Kapitel der Gemeinde in seinen „Erinnerungsblättern des Bürgermeisters von Eulenried“ für die Nachwelt konserviert. Am Freitagabend gab er im Foyer des Rathauses eine kleine Kostprobe der damaligen „Meinungsfindung“ zum Besten.

Denn die Verleihung der Bürgermedaille war nicht unumstritten. Der eine wähnte eine Medailleninflation auf die Gemeinde zukommen. Andere fürchteten Unfrieden im Ort, wenn einige für ihr Ehrenamt ausgezeichnet würden und andere nicht. Schließlich einigte man sich doch: „Personen, die sich um die Gemeinde Planegg besonders verdient gemacht haben“ sollten die neue Auszeichnung erhalten.

Eine dieser Personen war am Freitagabend eben auch Dieter Friedmann. Gleich im Anschluss an den kleinen Prolog wurde er für sein bürgerschaftliches Engagement geehrt.

Rudolf Baer würdigte Friedmanns „vielfältige ehrenamtliche Tätigkeit in Planegg“ und seinen „persönlichen, gemeinnützigen Einsatz“. Dabei hob er vor allem seine langjährige Tätigkeit bei der DJK Würmtal, deren Vorsitz er 14 Jahre innehatte, hervor. Zusätzlich wurde Friedmann 1999 zum Vereinskoordinator in Planegg bestellt. Nach Ende seiner beruflichen Tätigkeit als Bürgermeister wirkte er weiter am Vereinsleben in Planegg mit, jetzt im kulturellen Bereich, wie etwa der „Schreibwerkstatt“. Für diese Spitzenämter bedürfe es einer durchsetzungsfähigen Persönlichkeit, gepaart mit menschlichem Charme und großem Organisationstalent, sagte Baer. Diese Eigenschaften vereine Dieter Friedmann in seiner Person. Vorbildhaft für die jüngere Generation sei sein bürgerschaftliches Engagement.

Dies gilt sicherlich auch für Peter Kirschning, der nun ebenfalls die Bürgermedaille erhielt. Sein Weggefährte im VdK Planegg-Gräfelfing Fritz Haugg hielt die Laudatio auf den langjährigen Vorsitzenden des Vereins. Seit gut zwanzig Jahren setzt sich der gebürtige Leipziger für die Belange von Rentnern, Behinderten, sozial Schwachen und Kranken ein. So ganz „nebenbei“ ist er bei den Planegger Hubertusschützen, im Starnberger Schützenverein, im Puchheimer Sport- und Böllerschützenverein und in einem Münchner Trachtenverein aktiv.

Peter Kirschning dankte Bürgermeister Heinrich Hofmann, der ihm die Ehrennadel angesteckt hatte, für die Auszeichnung und versicherte, er werde weiter gegen die Altersarmut kämpfen. „Die Leute sollen sich nicht als Bettler fühlen“, so der VdK-Vorsitzende.

Sein Leben in den Dienst anderer gestellt, das hat auch immer der Leiter der Musikschule Planegg-Krailling. Chordirektor Ludwig Götz, der die Laudatio für Thomas Schaffert hielt, zitierte eigens Johann Sebastian Bach, um die ehrenamtlichen Tätigkeiten seines Freundes zu beschreiben. Kaum jemand wisse, was Schaffert „Ad majorem dei gloriam“ (Titel der h-moll-Messe: „zur höheren Ehre Gottes“) alles neben seiner Tätigkeit als Musikschulleiter so mache. Da wäre einmal die Organisation des jährlich stattfindenden Gedenkmarsches „wider das Vergessen des Holocaust“, seine Tätigkeit im Vorstand von Musica Sacra und sein Mitwirken bei der Jugendarbeit. Er wisse nicht, woher Schaffert die Kraft für all seine Ehrenämter nehme, so der Laudator. Der Musikschulleiter winkte indes bescheiden ab: Die große Zeit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit komme erst noch, versprach er – in etwa fünf Jahren, wenn er in Rente gehe.

Auf fast 50 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit können die zuletzt Geehrten, Marianne und Claus Waechter, zurückblicken. Hausaufgabenbetreuung für Gastarbeiterkinder, Familiengottesdienste, Besuchsdienstkreis, Leitung des Seniorenkreises – all diese Aufgaben nahm Marianne Waechter für die Waldkirchengemeinde wahr. Ihr Mann Claus Waechter war 36 Jahre Mitglied des Kirchenvorstands. „Ihr immenses Engagement strahlt offensichtlich weit über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus“, freute sich Pfarrer Bernhard Liess in seiner Laudatio. Das Ehepaar zeichne eine tiefe Menschlichkeit aus, eine recht verstandene christliche Nächstenliebe.

Margot Deny

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