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Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

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Erich Greiner

Jeder vierte Alkoholsünder ein Radler

Würmtal - Soll die 1,6-Promille-Grenze für Radfahrer nach unten gesetzt werden? Die Würmtaler Polizei ist skeptisch.

Wer sich abends im Lokal einige Gläser Wein oder im Biergarten die ein oder andere Mass genehmigt, verzichtet besser auf das Auto und tritt zu Fuß den Heimweg an. Oder schwingt sich aufs Fahrrad. Bisher musste man sich dabei um seinen Führerschein kaum Sorgen machen: Erst ab 1,6 Promille ist er für Radler weg. Dies soll sich nach Plänen der Innenministerkonferenz ändern, die Grenze soll auf 1,1 Promille gesenkt werden. „Wer 1,6 Promille im Blut hat, gehört nicht auf ein Fahrrad“, sagt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Es gibt aber auch kritische Stimmen. Hauptkommissar Erich Greiner, stellvertretender Leiter der Planegger Inspektion, befürchtet, dass durch eine derartige Neuregelung das Rad als Alternative an Attraktivität verliert. Manch einer werde sich fragen, ob es sich überhaupt noch rentiere, das Rad zu nehmen, und gleich wieder aufs Auto umsteigen.

80 Trunkenheitsfahrten hat die Polizei Planegg vergangenes Jahr in ihrem Inspektionsbereich registriert. In 35 Fällen wurden die Delikte nicht nur als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat bewertet - und der Führerschein entzogen. Immerhin neun der Alkoholsünder und damit jeder Vierte war ein Radler. Die 1,6-Promille-Grenze wurde nach Greiners Ansicht mit Bedacht gewählt. Wer damit noch die Balance auf einem Rad halten könne, müsse Alkohol gewohnt sein. „Und ist damit charakterlich nicht geeignet, ein Fahrzeug zu führen.“

Lebrecht von Necker, Sprecher der Ortsgruppe Würmtal des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), hat eine klare Meinung im Hinblick auf die Promillegrenze: „Es sollten gleiche Bedingungen für Radfahrer und Autofahrer im Straßenverkehr herrschen.“ Als Tourenleiter veranstaltet er im Jahr mehrere Ausflüge. „Natürlich trinkt man dann im Biergarten mal ein Bier oder ein Radler“, sagt er. „Aber nie exzessiv. Den Teilnehmern ist es einfach auch wichtig, ihre Fahrtüchtigkeit zu erhalten.“ Sollte jemand nicht hundertprozentig fahrtüchtig sein, würde er diesen sofort von der Tour ausschließen. „Das könnte ich nicht verantworten“, sagt von Necker. „Der Straßenverkehr erfordert in heutiger Zeit noch mehr Aufmerksamkeit als früher.“ Radfahrer müssten bei einem Unfall mit schlimmsten Verletzungen rechnen.

„Ich denke, die Grenze von 1,6 Promille ist recht hoch angesetzt“, urteilt von Necker. Er wundere sich schon seit langem darüber, dass Radler anders behandelt würden als Autofahrer. Dies würde auch bei der angestrebten Neuregelung so bleiben. „Ich bin dafür, dass die Grenze eher noch weiter runtergesetzt wird“, sagt deshalb von Necker. sl/de

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