Stießen auf ein spannendes Jahr 2015 an: (v.l.) Pfarrer Jürgen Rintelen, Bernhard Küpper, Konrad und Peter Grün sowie Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Peter Köstler. Foto: Sauer

St. Johannes: Jahr der Veränderungen

Gräfelfing - Beim Neujahrsempfang im Gräfelfinger Pfarrheim von St. Johannes Evangelist schwang viel Wehmut mit. Aus gutem Grund.

Heuer wird sich in der Pfarrei St. Johannes Evangelist viel ändern. Im September bekommt die Nachbarpfarrei St. Stefan in Gräfelfing einen neuen Pfarrer. Fließend werde dann die bisher selbstständige Pfarrei mit rund 1700 Lochhamer Katholiken dem neuen Pfarrverband angegliedert, erklärte der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Peter Köstler.

Abschied nehmen müssen die Gläubigen auch von ihrem Pfarrer Jürgen Rintelen. Der Geistliche, der im März 84 Jahre alt wird, geht 2015 in den Ruhestand. Derzeit wohnt der Geistliche noch im Lochhamer Pfarrhaus neben der Kirche. „Ich werde im Laufe des Jahres in eines der Caritas-Altenheime verschwinden“, kündigte der Seelsorger beim Neujahrsempfang an. Sein Alter merkt man dem schlanken, drahtigen Priester nicht an. „Du hast dich gut gehalten“, meinte Köstler.

Auch in der Pfarrei St. Stefan müssen die Gläubigen Abschied nehmen. Pfarrer Anton Schönauer bekommt einen Nachfolger. Die Diözese suche zunächst einen neuen Leiter für den künftigen Pfarrverband Gräfelfing-Lochham, erläuterte Rintelen. Erst wenn klar sei, wer Nachfolger werde, gebe es eine „zweite Phase“. Gemeinsam müssten dann Pfarrgemeinderats-Vertreter beider Ortsteile über die Zukunftsstrukturen des Pfarrverbands entscheiden. Die erst 1947 gegründete Pfarrgemeinde St. Johannes Evangelist bleibe auch im Verbund eigenständig, betonte Köstler. Lochham behalte seinen eigenen Pfarrgemeinderat und sein eigenes Pfarrbüro. Beim Einsatz der Priester und bei den Gottesdienstzeiten müssten sich die Lochhamer aber künftig mit den Gräfelfingern abstimmen. Der neue Verband mit künftig 4500 Würmtaler Katholiken komme nicht mit einem Schlag, sondern im Rahmen eines Prozesses. Mit den Partnern in St. Stefan stehe man in engem Kontakt, versicherte der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende. „Neue Wege bieten auch neue Chancen. Wir sollten offen auf Neues zugehen.“

Das fand auch ein Vertreter der „Gründerfamilien“, die damals den Weg für eine neue Pfarrei bereiteten. „Unsere Väter haben damals zum Kirchenbau beigetragen“, erzählte Bernhard Küpper. 1947 war er einer der ersten Täuflinge in der damals gerade neu erbauten Lochhamer Pfarrkirche. „Ein bisserl neugierig bin ich schon, wie das mit dem Pfarrverband funktionieren soll“, gab sich Peter Grün (76) noch etwas skeptisch. Sein Bruder Konrad blickte indes hoffnungsfroh voraus: „Ich sehe das positiv. Es gibt auch Chancen.“

Eines ist sicher: Auch 2016 wird es wieder einen „familiären“ Neujahrsempfang geben. Die Veranstaltung rangiere ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Lochhamer Katholiken, so Köstler.

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