Jugendtreff-Leiterin geht nach nur sechs Monaten

Krailling - Es war ein kurzes Gastspiel. Knapp ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Kraillinger Jugendtreffs hat Leiterin Julia Ferchl dem „Krail*In“ den Rücken gekehrt.

Ende Februar erhielt Bürgermeisterin Christine Borst überraschend die Kündigung, vergangenen Dienstag hatte Ferchl bereits ihren letzten Arbeitstag. Der Betrieb des Jugendtreffs im Bürgerhaus Hubertus läuft aber weiter - allerdings mit verkürzten Öffnungszeiten. Vorübergehend übernimmt Birgit Langer, Sprecherin des örtlichen Jugendforums, die Leitung.

Für ihr Ausscheiden führt Ferchl persönliche Gründe an. Obwohl sie die Zusammenarbeit mit der Gemeinde als „gut“ bezeichnet, war sie mit ihrer Stelle aber anscheinend nicht zufrieden. „Ich habe mir das anders vorgestellt“, sagt die 25-Jährige. Im Starnberger Jugendzentrum Nepomuk, wo Ferchl gleichzeitig tätig war und weiter ist, gebe es ganz andere Möglichkeiten, mit Jugendlichen zu arbeiten. Die finanziellen Bedingungen seien besser, die Tätigkeit in einem Team angenehmer. „Es arbeitet sich einfach leichter.“ Die Rahmenbedingungen in Starnberg sind freilich ganz andere, die Kreisstadt verfügt über ein großes Jugendzentrum, in dem sich fünf Erzieher und Sozialpädagogen um die Jugendlichen kümmern.

Die Gemeinderäte wurden über das Ausscheiden Ferchls nicht informiert. Was Dietlind Freyer-Zacherl (FBK) heftig kritisiert, zumal Bürgermeisterin Borst letzte Woche auf der Bürgerversammlung davon geschwärmt habe, wie gut der Jugendtreff funktioniere. „Das ist eine Frechheit. Den Bürgern muss doch reiner Wein eingeschenkt werden.“

Nach dem Ausscheiden Ferchls muss das Freizeitangebot des Jugendtreffs überarbeitet werden. Noch vor Ostern soll das neue Programm an alle Jugendlichen der Gemeinde im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren verschickt werden. Derweil sucht die Gemeinde eine neue Leiterin für 19,5 Wochenstunden. Eine erste Anzeige wurde bereits geschaltet, die Resonanz war laut Kraillings Hauptamtsleiter Franz Wolfrum jedoch sehr verhalten. „Der Markt für Erzieherinnen ist leergefegt.“

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