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Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. „Da ist schnell so mancher 100 000er beinander, der zu finanzieren ist“, sagt dazu etwa der Kämmerer der Gemeinde Neuried, Max Heindl.

Tarifverhandlungen

Kämmerer halten Forderung für zu hoch

Würmtal - Die Gewerkschaft Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Die Kämmerer im Würmtal haben nicht mit dieser Steigerung kalkuliert.

Mehr Lohn wird es geben, darin sind sich die Kämmerer im Würmtal einig. Die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst dürften sich freuen. Und die Gemeinden sind vorbereitet. Aber eine Erhöhung um sechs Prozent halten alle für übertrieben.

„Wir haben drei bis vier Prozent im Haushaltsansatz eingestellt“, sagt etwa Planeggs Geschäftsleiter Stefan Schaudig. „Sechs Prozent ist ein Haufen Holz“, meint Neurieds Kämmerer Max Heindl. Er sei noch in den Haushaltsvorbereitungen und schreie bei dem Gedanken an sechs Prozent nicht gerade „Juhu“, erklärt er. „Da ist schnell so mancher 100 000er beinander, der zu finanzieren ist“, sagt Heindl. Der Kämmerer schätzt, eine Erhöhung könnte in Neuried insgesamt rund 120 Mitarbeiter in der Kernverwaltung, in Kindereinrichtungen und im Bauhof betreffen. Er ist sich sicher, Möglichkeiten zu finden, eine Erhöhung zu finanzieren, aber er sagt auch, „das ist nicht so ganz einfach“.

Der Glaube der Kämmerer im Würmtal, dass es weniger als sechs Prozent mehr Lohn geben wird, ist sicherlich auch von der Hoffnung getragen, nicht allzu hohe Mehrkosten ausgleichen zu müssen. Auf einen Arbeitskampf können sich aber viele Kommunen aufgrund des aktuellen Flüchtlingsstroms nicht einlassen. Damit könnte Verdi den Druck erhöhen.

Kraillings Kämmerer Gerhard Friedrich findet Verdis Forderung hart, meint aber, „das werden die mit Sicherheit nicht bekommen“. Er habe drei Prozent in den Haushalt eingeplant. „Auch vier Prozent können wir über die Deckungsreserve abdecken“, versichert er. Die Gemeinde habe auch noch eine Rücklage. Krailling sei zwar eine der ärmeren Gemeinden im Münchner Speckgürtel, dennoch sehe er Möglichkeiten, auch eine deutliche Erhöhung zu finanzieren, erklärt Friedrich.

Auch Schaudig sieht noch einen Puffer im Planegger Haushaltsansatz, falls die Löhne doch um mehr als drei bis vier Prozent steigen sollten. „Wir kommen eh nicht aus“, sagt er. Wenn er aber an die Tarifverhandlungen der Vergangenheit denke, scheine ihm die Forderung von sechs Prozent etwas viel. „Ich denke man wird sich auf drei bis vier Prozent einigen“, sagt er. Die Leiterin der Gräfelfinger Finanzverwaltung, Tanja Lindner sagt ebenfalls: „Wir rechnen immer mit rund drei Prozent Erhöhung“, sechs Prozent findet sie unwahrscheinlich. Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und Bund, Ländern und Kommunen beginnen am Montag, 21. März.


Victoria Strachwitz

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