Kampf mit Finanzamt um "Wer wird Millionär"-Gewinn

Neuried - Rund 100.000 Euro wollte "Wer wird Millionär"-Gewinner Alfred Mignon einer hoch verschuldeten Familie aus Neuried schenken - bis sich das Finanzamt meldete. Jetzt muss ein Finanzplan her.

Im Mai hat der Pastor Alfred Mignon 125 000 Euro bei dem Fernseh-Quiz „Wer wird Millionär“ gewonnen. Mit einem Großteil des Gewinns, rund 100 000 Euro, wollte er seinem hoch verschuldeten Freund, dem Musiker Jürgen Gröblehner aus Neuried, helfen. Doch aus der Schenkung wurde bis heute nichts – das Finanzamt stellte sich quer und verlangte 30 Prozent Schenkungssteuer.

„Der Kampf ist bis heute nicht ausgestanden“, bedauert Gröblehner, der zunächst auf eine Ausnahmegenehmigung hoffte. Gemeinsam mit Pastor Mignon feilt er jetzt an einem Finanzplan. „Das Finanzamt wird für uns keine Ausnahme machen“, ist sich Mignon mittlerweile sicher. Um die dringlichsten Rechnungen zu begleichen, hat der Pastor seinem Freund vorerst Darlehen gegeben. „Das Finanzamt hat Druck gemacht wegen einer alten Steuerschuld“, so Mignon. Voraussichtlich werden am Ende 40 000 Euro steuerfrei auf dem Konto der neunköpfigen Familie Gröblehner landen – 20 000 Euro beträgt bei Schenkungen der Freibetrag pro Person. Den Rest will Mignon seinem Freund über Darlehen zukommen lassen. „Mit möglichst langer Laufzeit und niedrigen Zinsen.“ Bis der Finanzplan steht, hat Mignon seinen Gewinn bei einer ökumenischen Initiative, die Mikrokredite in Entwicklungsländer vergibt, angelegt. Bei Jürgen Gröblehner und seinem Ensemble Classic Brass geht es indes beruflich bergauf – ein positiver Nebenaspekt der Publicity.

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