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Klimaschutz auf beiden Seiten: Die Gelbwesten von der Firma Glück (vorne mit Brille: Geschäftsführer Markus Wahl) führten ebenso wie die Kiesabbau-Gegner Umweltargumente ins Feld. Die Konfrontation blieb friedlich.

Kampf um Kiesabbau

Gelbwesten-Demo von Glück am Rathaus

Die Gemeinde Planegg lehnt einen Kiesabbau der Firma Glück auf der Dickwiese vehement ab. Der Gemeinderat erhob jetzt geschlossen Einspruch im aktuellen Raumordnungsverfahren – unter großer Teilnahme von Befürwortern und Gegnern.

Planegg – Ein ungewohntes Bild bot sich auf dem Rathausvorplatz in Planegg am Donnerstagabend. An die hundert Mitarbeiter der Firma Glück Kies-Sand-Hartsteinsplitt GmbH, mit gelben Westen ausstaffiert, hatten sich im Vorfeld der Gemeinderatssitzung dort versammelt. Auf Transparenten stand zu lesen: „Regionale Kiesgewinnung = Aktiver Klimaschutz“. Die Mitarbeiter der Firma Glück wollten damit geballt auf ihre schlimmstenfalls existenzielle Situation aufmerksam machen – den Verlust ihrer Arbeitsplätze.

Hintergrund ist die Planung der Firma Glück, auf der sogenannten Dickwiese westlich von Planegg entlang der A 96 Kies abzubauen. Die momentanen Abbauflächen seien in sieben Jahr erschöpft und ohne weitere würden die Menschen ihre Jobs verlieren, so die Argumentation der Firma.

Die Gemeinde Planegg hat jetzt Einspruch im laufenden Raumordnungsverfahren (ROV) erhoben. Als Gründe listete die Verwaltung Verstöße gegen Vorgaben des Regionalplans auf. Der besagt, dass größere Kiesabbauvorhaben vorzugsweise in den bereits ausgewiesenen Gebieten zu realisieren seien und der Grüngürtel München Südwest nicht baulich verplant werden darf. Außerdem beanstandet die Gemeinde, dass der geplante Kiesabbau „den Naturgenuss“ im Landschaftsschutzgebiet Planegger Holz beeinträchtigen werde. Auch sei in einem hydrogeologischen Gutachten als Teil des Verfahrens keine Aussage über die Auswirkungen auf das Grundwasser zu finden; damit sei es unzureichend.

Die Fraktionen des Gemeinderates positionierten sich in dieser Sache auffallend einheitlich. Sie sprachen sich alle für den Erhalt des Waldes aus und damit gegen einen Abbau. So sagte etwa Peter von Schall-Riaucour von der FDP-Fraktion: „Das Ökosystem der Dickwiese ist völlig intakt. Wir dürfen nicht unsere natürlichen Ressourcen zerstören.“ Für die parteifreie Gemeinderätin Cornelia David ist „die Zeit des Raubbaus einfach vorbei“. Und Michael Book, Fraktionsvorsitzender der CSU im Gemeinderat, gestand, dass seine Fraktion sich die Entscheidung zwar nicht leicht gemacht habe, aber hier müsse man im Sinne des Naturschutzes handeln. Das Raumordnungsverfahren ist rechtlich nicht bindend, sondern dient als Vorstufe zum eigentlichen Genehmigungsverfahren. Die Gemeindeverwaltung rechnet mit einem Ergebnis des ROV bis zum Jahresende.

Die FDP und die Grüne Gruppe 21 legten beide im Anschluss einen eigenen Antrag vor. Die FDP scheiterte jedoch mit der Erstellung eines allgemeinen Aktionsplans „Würmtaler Wald“. Es herrschte die Meinung vor, dass man den privaten Waldbesitzern nicht vorschreiben könne, wie deren Wälder zu pflegen seien. Die Gruppe 21 überzeugte dagegen mit dem Vorschlag zu überprüfen, ob beim Planegger Holz eine artenschutzrechtliche Prüfung sinnvoll und eine Biotop-Kartierung durchführbar sei. Unter Umständen käme sogar in Frage, für das Gebiet einen Bebauungsplan als Wald aufzustellen. Wäre das möglich, läge eine Sicherung des Waldes als Naherholungsgebiet vor.

Carolin Högel

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