Über örtliche Vereine und Institutionen konnten sich die Kraillinger vor der Bürgerversammlung in der Schulaula informieren. Unser Bild zeigt Tobias Jaeger und Riccarda Franke am Stand des BRK-Kindergartens Waldsanatorium mit dessen Leiterinnen Verena Stoll (li.) und Julia Hegenbart. Fotos: Sauer

Kaum Hoffnung auf Erhalt des Schabernack

Krailling - Es war für Bürgermeisterin Christine Borst die siebte Kraillinger Bürgerversammlung ihrer Amtszeit - und eine durchaus denkwürdige.

Selten hat sie einen so ruhigen Verlauf erleben dürfen wie am Dienstagabend. Es gab keine Widerworte, keine Kritik und gerade mal drei Wortmeldungen aus Reihen der rund 100 Besucher in der Schulturnhalle.

Dabei birgt die Kraillinger Lokalpolitik derzeit durchaus Zündstoff. Zumindest im Hinblick auf Bauvorhaben. So soll nächsten Dienstag, 24. März, der Gemeinderat den Satzungsbeschluss für die Bebauungspläne zweier Großprojekte fassen. Zum einen für die Sanftlwiese. Das ortsprägende Areal im Zentrum Kraillings sei die jahrelange Planung wert gewesen, sagte Borst. „Ich glaube, man hat an dieser Stelle für Krailling nicht mehr rausholen können.“ Für das zweite Projekt, die Bebauung des Braun-Grundstücks in der Würmaue, habe man mit den Behörden, vor allem dem Wasserwirtschaftsamt, eine Konsens-Lösung erzielt. Bürger hätten nach der Auslegung noch sechs Wochen Gelegenheit, Wünsche und Anregungen vorzubringen, betonte die Bürgermeisterin.

Borst ging auch auf das interkommunale Projekt mit der Gemeinde Planegg ein, die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds. Da die Gleisbaufirma Emeran Braun beabsichtige, Teile ihres Betriebsgeländes aufzugeben und Gleise stillzulegen, gebe es für die Gemeinde neue Optionen. Etwa den Höhenweg über einen Grundstückstausch zu verlegen und schöner zu gestalten. Auch müsse man darüber nachdenken, ob in diesem Bereich Wohnungsbau möglich und vor allem verträglich sei. Die Krux sei, dass eine Erschließung über den Hackerberg erfolgen müsse. „Das müssen wir erst untersuchen lassen.“

Wenig Hoffnung machte Borst den Besuchern, dass Kraillings ältestes Gebäude, die ehemalige Gaststätte Schabernack, erhalten bleibt. Da die Bausubstanz laut einem Gutachten völlig marode ist, werde der Eigentümer das Haus voraussichtlich abreißen lassen. Dieser wolle die Immobilie nicht veräußern, weshalb ein Grundstückstausch mit der Gemeinde nicht möglich sei. Der einstige Bernrieder Hof erfülle auch nicht die Voraussetzung, um unter Denkmalschutz gestellt zu werden. Im Falle eines Abrisses werde der Eigentümer aber weniger Baurecht haben, sagte Borst.

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