Keine grauen Ziegel für den Nachbarn der Bürgermeisterin

Planegg - Der Nachbar der Planegger Bürgermeisterin Annemarie Detsch darf das Dach seines geplanten Neubaus nicht mit grauen Ziegeln decken. Das sieht der Bebauungsplan nicht vor.

Die meisten Bebauungspläne im Würmtal enthalten detaillierte Festsetzungen. Der Bebauungsplan 48 in Planegg ist so einer. Er regelt selbst die Farbe der Dachziegel bei Häusern. Der Planegger Ferienausschuss diskutierte jetzt darüber, ob man von dieser Festsetzung abweichen könne - in einem recht prominenten Fall.

Den Räten lag ein Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in der Heimstättenallee 15 vor. Dort wohnt Bürgermeisterin Annemarie Detsch. Sie hatte vor einiger Zeit einen Teil ihres Grundstücks an einen Planegger Architekten verkauft. Dieser reichte den Bauantrag bei der Gemeinde ein. Detsch selbst wohnte der Ferienausschusssitzung urlaubsbedingt nicht bei, hätte aber ohnehin aus Befangenheit nicht mit entscheiden dürfen. Dass der Antrag überhaupt in den Ferienausschuss gelangte, und nicht den Verwaltungsweg über das Bauamt nahm, war zwei Festsetzungen geschuldet, die der Architekt bei seinem Entwurf nicht eingehalten hatte. Das geplante Vordach des Hauses überschritt die im Bebauungsplan festgesetzte Baugrenze, zudem sah der Entwurf für das Haus graue Dachziegel vor. Im ersten Punkt waren sich die Räte schnell einig, der Ausnahme zuzustimmen. Eine ausufernde Diskussion entspann sich um die Frage der Ziegel. Gemäß des Bebauungsplans 48 sind ausschließlich Dachziegel oder Dachsteine in naturroter bis mittelbrauner Farbe erlaubt. Die grauen Ziegel, so die Meinung einiger Räte, wäre unüblich für das Quartier.

Die SPD-Fraktion stimmte schließlich dafür, dem Nachbarn der Bürgermeisterin den Wunsch nach grauen Ziegeln zu erfüllen, ebenso 2. Bürgermeister Peter Heizer (FWD) und Anneliese Bradel (Gruppe 21). Die CSU-Fraktion sowie Max Gum-Bauer (FWD) und Peter von Schall (FDP-Fraktion) stimmten gegen eine Ausnahme. Somit lag ein Patt vor, die Befreiung von der Festsetzung war abgelehnt.

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