Die Unglücksstelle in der Pentenrieder Straße: Auf dem Zebrastreifen überfuhr 2011 ein Rentner die damals achtjährige Marie mit seinem Mercedes. Das schwer verletze Mädchen überlebte den Unfall. A-Foto: Sauer

Nachträglicher Gesundheitstest

Nach Unfall: Rentner muss Führerschein abgeben

Krailling - Im Sommer 2011 wurde die kleine Marie (8) bei einem Unfall in Krailling schwer verletzt. Dass der Verursacher nicht fahrtauglich ist, bestätigte jetzt erst ein Gesundheitstest.

Der Autofahrer, der auf der Pentenrieder Straße in Krailling die kleine Marie überfahren hat, sitzt nicht mehr am Steuer. Der hochbetagte Rentner musste seinen Führerschein abgeben - allerdings erst eineinhalb Jahre nach dem von ihm verursachten schweren Unfall. Dies bestätigte seine Ehefrau auf Anfrage. „Er arrangiert sich jetzt anders. Das ganze ist abgeschlossen.“ Ihr Mann lasse sich von ihr chauffieren oder fahre mit Taxi, Bus und Bahn.

Wie berichtet, hatte der damals 89-jährige Kraillinger am 27. Juli 2011 das kleine Mädchen, das die Straße mit ihrem Tretroller auf einem Zebrastreifen überqueren wollte, am helllichten Tag mit seinem Mercedes überrollt. Die Achtjährige erlitt schwerste Verletzungen und lag tagelang im Koma. Autofahren durfte der hochbetagte Mann dennoch weiter, seine Fahrtauglichkeit wurde zunächst nicht angezweifelt.

Die Staatsanwaltschaft erließ gegen den Mercedes-Fahrer zwar wegen fahrlässiger Körperverletzung einen Strafbefehl in Höhe von 30 Tagessätzen à 90 Euro. Die Frage, ob der 89-Jährige noch ohne Einschränkungen ein Fahrzeug führen kann, wurde aber nicht aufgeworfen, ein Eignungstest nicht angeordnet. Die Fahrerlaubnisbehörde im Landratsamt Starnberg konnte nach eigener Auskunft nicht tätig werden, solange das Strafverfahren lief. Und das zog sich in die Länge, nachdem der Rentner zunächst Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt hatte. Später lenkte er ein und bezahlte die 2700 Euro.

Erst 16 Monate nach dem Unfall musste der Verursacher ein medizinisches Gutachten mit Leistungstest vorlegen - auf Anordnung des Landratsamts, das nach Übermittlung des Gutachtens über den Unfallhergang Zweifel an der Fahrtauglichkeit des Rentners hatte. Dass diese berechtigt waren, bestätigte jetzt der Gesundheitscheck - und dass der Mann nicht mehr monatelang hätte Autofahren dürfen.

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