Kinder- und Familienzentrum Planegg: Erzieherin händeringend gesucht

Planegg - Weil es in Bayern immer mehr Kinderkrippen gibt, mangelt es an Erzieherinnen. Die Eröffnung der dritten Krippen-Gruppe im Kinderzentrum Planegg steht deshalb auf der Kippe.

Man muss unweigerlich an einen Schildbürgerstreich denken: Die Gemeinde Planegg baut für einen zweistelligen Millionenbetrag ein Kinder- und Familienzentrum, welches dann aber zum Teil nicht genutzt werden kann, weil Personal fehlt. Doch darauf läuft es offenbar hinaus. Nach Angaben von Rita Strobel-Brugger sei die Gemeinde seit Sommer auf der Suche nach einer Erzieherin für die neue Krippen-Gruppe mit zwölf Plätzen im Kinderzentrum - ohne Erfolg. „Drei Kandidatinnen hatten bereits zugesagt, sind aber dann wieder abgesprungen“, erzählt die Leiterin des Sachgebiets Kinderbetreuung im Rathaus.

Da sich Erzieherinnen inzwischen aussuchen können, welches Jobangebot sie annehmen, sind die Kommunen in einer nachteiligen Lage: Private Krippen- oder Kindergartenträger können mit einem höheren Gehalt locken, da sie nicht an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gebunden sind. Die Gemeinde darf nicht mehr bezahlen als die derzeit 2022 Euro brutto für eine Berufsanfängerin. Mit diesem Gehalt lässt sich in Mecklenburg-Vorpommern ein Leben bestreiten, im teuren Münchner Speckgürtel wird es schwer. Die Gemeinde hat bei ihrer Stellenausschreibung sogar eine günstige Zwei-Zimmer-Wohnung in Aussicht gestellt, doch bislang ist das Interesse mau.

Wenn die Verwaltung bis Ende Februar nicht eine Erzieherin oder einen Erzieher gefunden hat, könne die neue Krippen-Gruppe nicht wie geplant im April eröffnet werden, teilte Detsch jetzt dem Gemeinderat mit. Für die Eltern, die ihr Kind in der neuen Gruppe angemeldet haben, eine denkbar ungünstige Situation. „Wir haben die Eltern bereits informiert. Sie müssen sich nun irgendwie mit ihrem Arbeitgeber arrangieren, sollte es tatsächlich nicht klappen“, sagt Strobel-Brugger. Die Verwaltungs-Mitarbeiterin will die Hoffnung nicht aufgeben, doch noch eine Erzieherin zu finden. „Wir können zwar nicht über Tarif bezahlen, der öffentliche Dienst bietet aber Sicherheit und die Gemeinde ein angenehmes Arbeitsumfeld“, wirbt Strobel-Brugger. Sie würde sich wünschen, dass Erzieherinnen angesichts einer Ausbildungszeit von fünf Jahren mehr verdienen würden. „In Skandinavien verdienen Erzieherinnen soviel wie Lehrer. Schließlich sind die ersten sechs Lebensjahre besonders entscheidend für die Entwicklung.“

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