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Kinobetreiber aus Leidenschaft: Werner Scholz vom Gräfelfinger Filmeck schmerzen zwar die stetig schwindenden Besucherzahlen. Ans Aufhören denkt er aber keinesfalls.

Filmeck Gräfelfing

Mageres Kinojahr trotz bester Auswahl

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Gräfelfing - Das Kino-Jahr 2015 wurde deutschlandweit zum Rekordjahr. Anders im Gräfelfinger Filmeck: Hier war es ein „trauriges Jahr“, sagt Besitzer Werner Scholz. 

Fack ju Göhte 2, Fifty Shades of Grey, Jurassic World – in diesem Jahr folgte ein Kino-Blockbuster auf den anderen. Filmverleiher und große Kinoketten freuen sich über so viele Besucher wie noch nie. Doch der Trend erreichte nicht alle Kinos: „Bei uns gingen die Zahlen zurück, es war ein sehr mageres Jahr“, sagt Werner Scholz, der das Gräfelfinger Filmeck betreibt.

Scholz spielt in dem Kino im Gräfelfinger Bürgerhaus vor allem anspruchsvolle Programmkino-Filme, nur wenig aus dem Action- und Comedybereich. Und das bekam er an den Zahlen zu spüren: „Anfang des Jahres liefen Honig im Kopf, Monsieur Claude und seine Töchter sowie ein, zwei andere Filme noch ganz gut“, erzählt er. „Dann erfüllten Filme wie der über den Hitler-Attentäter Georg Elser nicht die Erwartungen, auch der lange Sommer trocknete uns aus.“ Im Programmkino-Bereich erschienen kaum zuschauerstarke Streifen. Die großen Multiplex-Kinos in der Innenstadt zogen viele Leute auf sich. So hatten „viele Programm- und Auswärtskinos ein trauriges Jahr“, sagt Scholz. „Die Action-Kracher und Filme wie Fifty Shades of Grey gingen deutschlandweit gut“, aber solche Filme zeigt der Gräfelfinger nur wenig.

Der Kinobetreiber beobachtet zudem einige Trends: „Das Hauptgeschäft verlagert sich immer mehr auf den Samstag, früher war der Sonntag noch deutlich stärker“. Verkäuferinnen und andere Berufstätige müssten heute bis 20 Uhr oder länger arbeiten, so falle ein Kino-Besuch unter der Woche zur Vorstellung um halb acht ebenfalls oft flach. Auch 3D-Filme seien wieder weniger gefragt.

Scholz wird für seine anspruchsvolle Auswahl oft gelobt. Dieses Jahr bekam er unter anderem eine Programmprämie des Film-Fernseh-Fonds (FFF) Bayern. „Solche Preise füllen Löcher. Ohne sie gebe es sehr viele Kinos nicht mehr – auch bei uns wäre der Ofen schon längst aus“, sagt er. Doch gutes Kino ist für Scholz keine Frage von Geld und Zahlen. Es ist eine Leidenschaft. Deswegen ist auch völlig klar: Er macht weiter.

Für 2016 wagt der Kinobetreiber keine Prognose. Viel zu schnell änderten sich die Trends. „Welche Schauspieler und Regisseure“ für starke Besucherzahlen sorgen, das könne man heute kaum noch voraussagen.

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