„Kirche auf die Zukunft hin gestalten“

Planegg - Die Planegger Pfarrei St. Elisabeth und die Stockdorfer Pfarrei St. Vitus sind jetzt ein Pfarrverband. Der neue Pfarrer heißt Johannes von Bonhorst.

Mehr als 300 Christen aus Planegg, Martinsried, Krailling und Stockdorf haben am Sonntag Pfarrer Johannes von Bonhorst in St. Elisabeth willkommen geheißen. Im Rahmen eines Festgottesdienstes mit Fahnenabordnungen Würmtaler Vereine führte ihn Bischofsvikar Domkapitular Rupert Graf zu Stolberg in sein Amt ein. Gleichzeitig wurde die Errichtung des Pfarrverbandes Planegg-Stockdorf gefeiert (s. auch Bericht unten).

Grund zu feiern sei dies aber nur bedingt, betonte Bischofsvikar zu Stolberg; letztlich sei Priestermangel Ursache des Zusammenschlusses. „Dass Jahr für Jahr Menschen die Kirche verlassen, erfüllt uns mit Sorge.“

Ziel des Pfarrverbands sei die Bündelung der Seelsorge, erklärte der Bischofsvikar nach Verlesung des Errichtungsdekrets. Mit der neuen Struktur allein sei es aber nicht getan. Es gelte, diese jetzt in der Nachfolge Christi mit Leben zu erfüllen und die Kirche auf die Zukunft hin zu gestalten. „Die neue Struktur allein hilft gar nichts. Wenn wir uns darauf verlassen, stehen wir wie ein Kamel vor dem Nadelöhr“, sagte er in Anspielung auf den Evangelientext des Tages.

An die „lieben Mit-Kamele“ richtete sich denn auch Pater Matthäus Klein, Prior des Planegger Klosters Maria Eich, in seiner Willkommensrede für Johannes von Bonhorst. Wie der heilige Augustinus habe dieser schon viele Umzüge hinter sich. Er hoffe daher, von Bonhorst werde eine Weile in Planegg bleiben. Als „ordentliche Aufgabe“ bezeichnete sein evangelischer Kollege von der Planegger Waldkirche, Pfarrer Thomas Krusche, die Zusammenführung zweier Kirchengemeinden. Wichtig sei es vor allem, die Menschen mitzunehmen.

Und auch die politischen Vertreterinnen aus den drei Würmtal-Gemeinden wünschten dem künftigen katholischen Oberhirten im Wümtal eine glückliche Hand bei der Gestaltung des Pfarrverbandes. So zeigte sich die Gautinger Gemeinderätin Eva-Maria Klinger erleichtert, dass der neue Pfarrer als Pasinger die „Be- und Empfindlichkeiten der einzelnen Orte“ ein wenig kenne.

Auch Planeggs dritte Bürgermeisterin Anneliese Bradel ging auf die Eigenheiten ihrer Gemeinde ein. „Wissenschaft, Wirtschaft, Wallfahrt“, dies sei (laut Annemarie Detsch) das www in Planeggs Internetadresse. Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst verwies darauf, dass Krailling im neuen Pfarrverband die „goldene Mitte“ sei. Außerdem sei von Bonhorst Fahrer einer Harley, sie habe ein Cabrio: Ansatzpunkte für eine gute Zusammenarbeit.

Darauf hofften auch Kirchenpfleger und Pfarrgemeinderatsvorsitzende des neuen Pfarrverbandes. Sie hatten zur Amtseinführung eine Art Survival-Paket gepackt mit Ortschroniken, Werkzeug, Nervennahrung und sogar Taschenwärmern.

Dass sich Johannes von Bonhorst über seine Aufgabe im Klaren ist, ließ er in seiner Dankesrede durchblicken. „Fragt man Katholiken, was das Wichtigste an der Messe ist, dann heißt die Antwort: Wandlung. Geht es darum, sind alle dagegen.“ Jetzt möchte der neue Pfarrer erst einmal im Würmtal ankommen. Den Pfarrverband wird er langsam entwickeln. „Wahrnehmen“, das sei der erste Schritt. Erkennen, „was die Gaben sind, die wir hier haben“.

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