Grippeimpfung, Injektion in  Arm einer Frau
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Der Impfstoff für die Grippesaison 2020/21 erreicht nach und nach die Praxen. (Symbolbild)

Würmtaler Ärzte raten zur Impfung

Klarere Verhältnisse durch Grippeimpfung

  • Peter Seybold
    vonPeter Seybold
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In wenigen Wochen beginnt die jährliche Grippesaison. Würmtaler Hausärzte raten zu einer Impfung die gerade in Corona-Zeiten besonders wichtig sei.

Würmtal – „Die ersten Impfdosen sind da, wir impfen schon“, berichtet etwa Dr. Kai Reichert von der Gräfelfinger Hausarztpraxis in der Würmstraße. Reichert hat laut eigener Aussage seine Meinung bezüglich der Grippeimpfung im Laufe der letzten zehn Jahre geändert. Früher habe er diese in erster Linie Risikopatienten wie Senioren über 60 Jahren empfohlen. „Im Zeitalter von Corona würde ich aber eigentlich jedem zu einer Impfung raten“, sagt der Allgemeinmediziner. Es sei schlecht, wenn man etwa eine Grippe habe und dann zusätzlich SARS-Co-V-2 erwische – oder umgekehrt. Der beste Zeitpunkt für eine Impfung sei „Ende September, Anfang Oktober“, meint Reichert.

Gerade Kindern und Jugendlichen empfiehlt der Gautinger Kinder- und Jugendarzt Dr. Heiko Stern eine Impfung. Zwar habe sich bezüglich der Grippe „medizinisch nicht so viel geändert“, meint Stern. Eine Impfung könne aber zu „klareren Verhältnissen“ beitragen. Da sich manche Symptome von Influenza und Covid-19 ähneln, könne es „sonst schnell zu einer Verwechslung“ kommen, wenn etwa ein Kind in Kindergarten oder Schule erkranke. „Die Grippeimpfung hat auch ein sehr geringes Risiko und kaum Unverträglichkeiten“, sagt Dr. Stern. Es sei „natürlich die freie Entscheidung“ jedes Einzelnen. „Wenn man aber etwas vermeiden möchte, das weltweit Millionen Tote verursacht, dann wäre es als erstes eine weltweite Influenza-Impfung“, sagt der Gautinger Arzt. In seiner Praxis seien bisher aber noch keine Dosen mit dem diesjährigen Impfstoff angekommen.

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Wie alle anderen Ärzte richtet sich die Planegger Allgemeinmedizinerin Dr. Alexandra Westermeier nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko). In den vergangenen Jahren empfahl die Kommission vor allem älteren Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen oder mit entsprechenden Berufen wie Pflegepersonal eine Impfung. „Das wird dieses Jahr erst recht gelten. Es kann sich selbstverständlich grundsätzlich jeder impfen lassen, der möchte“, sagt Westermeier. Auch außerhalb der Risikogruppen sei eine Impfung in der Corona-Ausnahmesituation sinnvoll und auch für Kinder „eine gute Sache“.

Es stelle sich aber die Frage, „wie groß die allgemeinen Vorräte des Impfstoffes sind und ob diese reichen, wenn sich jeder impfen lassen will“, sagt Westermeier. Die Impfdosen reichten kaum für alle, es könne ein Mangel entstehen. Der Hauptzeitraum für die Grippeimpfung beginne „normalerweise Mitte Oktober“, erklärt Westermeier. Auch in ihrer Praxis sind bisher noch kein Impfstoff für die Grippesaison 2020/21 angekommen.

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