Erweiterung und Sanierung geplant

Kloster Maria Eich rüstet sich für die Zukunft

  • Andreas Deny
    VonAndreas Deny
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Der Augustinerorden macht sich fit für die Zukunft. Das Kloster Maria Eich in Planegg soll großräumig erweitert und modernisiert werden.

Planegg – Der Augustinerorden muss sich neuen Herausforderungen stellen. Die Zahl der Ordensbrüder hat in den vergangenen Jahren weiter abgenommen, derzeit gibt es in der Bayerisch-Deutschen Provinz noch sieben Konvente mit derzeit 44 Brüdern. Zuletzt musste 2019 der Konvent des Klosters Germershausen mangels Nachwuchs schließen. Die Zeiten, da augustinische Gemeinschaften 20 oder 30 Brüder umfassten, seien vorbei, sagt Bruder Christian Rentsch, Prior des Klosters Maria Eich. Künftig werde es kleine, familiäre Gemeinschaften geben.

Nachhaltig, pflegeleicht und barrierefrei

Dem versucht man auch mit der Umgestaltung und dem Umbau des Planegger Klosters Rechnung zu tragen, nachhaltig, pflegeleicht und barrierefrei soll es werden. „Mit möglichst wenig Dielen und Fluren“, wie Pater Felix Meckl, Prokurator des Klosters, bei einem Pressegespräch am Donnerstag erläuterte. Der Altbau des Klosters aus den 1950er Jahren soll kernsaniert werden und neue Fenster, Türen sowie Versorgungsleitungen erhalten; auf einen Austausch der Heizung verzichtet man aus Kostengründen. Das Gebäude im Südwesten des Grundstücks soll abgerissen werden und Neubauten weichen. Eine Sanierung sei hier nicht sinnvoll, so der Prior. Das Gebäude mit nach Norden ausgerichteten Räumen habe keinen Keller, sei schlecht isoliert und verschlinge ein Drittel der Heizkosten des Klosters. Im Winter könne man dort dennoch nur mit Schafwollpulli schlafen.

Neuer Andachtsraum

Das Konzept des Gräfelfinger Architekten Clemens Pollok sieht einen Anbau im Westen des Klosters mit einem durchgängigen Flur vor. In dem ebenerdigen Gebäude sollen künftig das Refektorium und Wohnzimmer untergebracht werden. Den Abschluss bildet ein mit Holzlamellen verkleideter Andachtsraum mit Oberlicht. Im rechten Winkel dazu wird ein weiteres zweigeschossiges Gebäude mit vier Wohnungen für Ordensbrüder entstehen.

Viel Platz für Novizen

Der Altbau des Klosters soll künftig vor allem Novizen Platz bieten. Dies sei auch ein wichtiger Grund für den Umbau gewesen, betonte Prior Christian Rentsch. Seit 2013 ist Maria Eich Noviziatskonvent, in dem angehende Augustiner als Mitbrüder im Kloster leben und das mönchische Dasein ausprobieren können. Wegen der Umbaumaßnahmen ist das Noviziat derzeit nach Berlin umgezogen. Im Obergeschoss des umgebauten Altbaus sollen bis zu vier Novizen Platz finden. Im Erdgeschoss werden eine Bibliothek und ein Seminarraum eingerichtet.

Baukosten in die Höhe geschossen

Die Kosten für die Sanierung und Erweiterung lägen im niedrigen einstelligen Millionenbereich, hieß es. Mindestens mit einer drei vor dem Komma, wie Architekt Pollok verriet. Denn die Kosten für Baustoffe und Gewerke seien in letzter Zeit explodiert – etwa für Holz. Und die Erweiterung soll möglichst ökologisch in einer Mischbauweise aus Holz und Beton vorgenommen werden. Auf den Flachdächern will man eine Solarthermie-Anlage installieren lassen, auch eine Regenwassernutzung und der Bau einer Zisterne sind vorgesehen. Letztere ist allein deshalb erforderlich, um bei einem etwaigen Brand genügend Löschwasser vorhalten zu können.

Großzügige Spender

Das Gros der Baukosten, circa 60 Prozent, wollen Konvent und Augustiner-Provinz selbst stemmen, gut 20 Prozent hat das Bistum zugesagt. Großzügige Spenden kommen von der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, unter anderem Mehrheitseigner des Augustiner-Bräu, die dem Kloster freundschaftlich verbunden ist. Auch der Orden der Barmherzigen Schwestern unterstützt das Projekt finanziell. Man hoffe und setze auch weiter verstärkt auf Spenden, sagte Pater Felix Meckl. Im Kloster ist man froh, dass seit Anfang Mai endlich die Baugenehmigung vorliegt. Baubeginn für das Großprojekt soll bereits am 6. September sein, die Fertigstellung wird für Mai/Juni 2023 angestrebt.

Dann dürfen sich die Mönche übrigens auch auf eine eigene Sauna freuen. Eine private Spenderin, der das Wohl und die Gesundheit der Mönche offensichtlich am Herzen liegt, bestand darauf, diese unter keinen Umständen einzusparen. Die Finanzierung des Schwitzbads übernimmt die Dame.

Stellten die Umbau- und Erweiterungspläne vor: (v.li.) PaterAlfred Issing, hier mit einem Modell des neuen Andachtsraums, Pater Felix Meckl, Bruder Christian Rentsch mit einem Modell der neuen Klosteranlage (rechts die beiden neuen Baukörper) und Architekt Clemens Pollok. Fotos: Dagmar Rutt

Rubriklistenbild: © Dagmar Rutt

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