Koch im Altenheim "zermürbt"

- Mobbing: Auftritt bei "Fliege"

VON NADINE MAFKE Pentenried/Gräfelfing - Schon seit einem Jahr gibt es arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen zwischen dem Caritas Altenheim St. Gisela in Gräfelfing und dem dort angestellten stellvertretenden Küchenleiter und Betriebsrat Günter Fischer. Seit dieser Zeit ist der Pentenrieder krankgeschrieben, da er nach eigenen Angaben hausinternem "Mobbing" zum Opfer fiel. Kommenden Montag tritt der 46-Jährige in der ARD-Talkshow "Fliege" auf. Thema der Sendung: "Ich werde gemobbt".

Laut Fischer ging das Mobbing klar von seinen Vorgesetzten aus. Auch Carmen Luy, Hausmeisterin, Sicherheitsbeauftragte und ebenfalls im Betriebsrat, erfuhr dasselbe Leid wie Fischer. Mit allen Mitteln sei auch sie "psychisch zermürbt" worden, so der Vorwurf. Fischer hat den Caritas-Verband auf Schadenersatz, Schmerzensgeld und Verdienstentgang verklagt. Im Oktober findet die Güteverhandlung statt.

Das bestätigt auch der Leiter des Caritas-Altenheimes, Christoph Koschler. Sollte es keine Einigung mit dem Pentenrieder geben, werde es im kommenden Jahr zu einem Gerichtstermin kommen. Weiter wollte sich der Heimleiter zu dieser Angelegenheit nicht äußern.

Laut Fischer beruhe die ganze Sache auf einem alten Konflikt zwischen dem Heim- und dem Küchenleiter. Als der Küchenleiter als Vorsitzender des Betriebsrates abgewählt wurde und Fischer dessen Stelle übernahm, begann für ihn die schwere Zeit. So hätte der Koch keine vorgefertigten Produkte mehr bekommen und mit fehlenden Waren und verspäteten Lieferungen zu kämpfen gehabt. Dies führte schließlich auch zu Beschwerden von Seiten der Bewohner. Außerdem sei er nach eigenen Angaben von den anderen ausgegrenzt worden, was schließich dazu führte, dass kaum noch jemand im Haus mit ihm sprechen wollte, so Fischer. Auch Luy gab an, dass ihr nötige Arbeitsgeräte fehlten, so dass beide von der Heimleitung als "arbeitsunwillig" dargestellt worden seien. Nachdem auch ihre Arbeit im Betriebsrat erheblich gestört worden sei und der Druck auf die beiden Angestellten immer größer geworden sei, meldeten sich beide krank.

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