Florian Ernstberger an seinem Schreibtisch: Der Fraktionschef der Freien Wähler im Kreistag und Gemeinderat der IGG möchte als Gräfelfinger Bürgermeister kandidieren. Die Begeisterung seiner Gruppierung ist überschaubar. a-Foto: js

Kommunalwahl 2014: Florian Ernstberger will's noch einmal wissen

Gräfelfing - Am 16. März 2014 will sich Florian Ernstberger den Gräfelfingern als Bürgermeisterkandidat zur Wahl anbieten. Die Interessengemeinschaft Gartenstadt Gräfelfing (IGG) zögert.

Lange schon steht Peter Köstler, amtierender zweiter Bürgermeister und Stellvertreter von Amtsinhaber Christoph Göbel, als Kandidat der CSU für dessen Nachfolge fest. Ähnlich wie Landratskandidat Göbel im Kreis, erging es bisher auch Köstler: Kein Gegenkandidat weit und breit, verschärftes Nachdenken bei den anderen Fraktionen. Nun wagt sich mit Florian Ernstberger ein erster ernst zu nehmender Konkurrent aus der Deckung. Doch der Kandidat hat ein Handicap.

„Ich bin grundsätzlich bereit, als Bürgermeister für Gräfelfing zu kandidieren. Und es wäre mir eine Freude und Ehre, das für die IGG tun zu dürfen“, sagte Florian Ernstberger auf Merkur-Anfrage. „Ich habe das meiner Gruppierung kundgetan, nun liegt es am Vorstand und den Mitgliedern, wie sie damit umgehen.“

Der Umgang der IGG mit dieser Offerte aus den eigenen Reihen wäre mit „unterkühlt“ noch zurückhaltend beschrieben. Vorstandsmitglied Uta Wüst sagte im Merkur-Gespräch in schonungsloser Offenheit: „Das ist ein Amt mit Verantwortung, da wird man sich die Kandidatur genau überlegen. Wir wissen, dass Herr Ernstberger das gerne machen möchte. Wir wollen aber den Mitgliedern eine gute Auswahl anbieten können.“ Dies heiße keineswegs, dass Ernstberger kein guter Kandidat sei; man befinde sich einfach noch „mittendrin“ im Kandidaten-Findungsprozess.

Florian Ernstberger selbst verweist auf eine über zehnjährige kommunalpolitische Erfahrung, ein Jahr davon als Bürgermeister von Gräfelfing, seit Jahren als Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag. Ernstberger: „Ich habe lange genug Zeit gehabt, mich auf dieses Amt vorzubereiten. Ich bin präsent, ich bin bekannt; mit mir ist man nicht chancenlos.“ Jeden Tag würden Menschen ihn auf der Straße fragen, ob er nun wieder Bürgermeister werde, sagt er.

Dieses „Wieder“ könnte allerdings die überschaubare Begeisterung der IGG erklären, weil es mit einem Trauma zusammenhängt: Florian Ernstberger hatte am 17. März 2002 in einer Stichwahl knapp Christoph Göbel geschlagen. Er durfte gerade mal ein Jahr Bürgermeister sein; dann kippte das Verwaltungsgericht München die Stichwahl wegen einer Verletzung der Neutralitätspflicht durch den damaligen Bürgermeister Eberhard Reichert. In der Wiederholung der Stichwahl verlor Ernstberger gegen CSU-Kandidat Göbel, wenn auch ebenfalls knapp. Das war am 16. März 2003. Auf den Tag genau elf Jahre später will Ernstberger es noch einmal wissen.

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