Konkurrenz für Bela Bach

Planegg - Der Planegger Gemeinderätin Bela Bach (24) steht eine Kampfabstimmung um den SPD-Kreisvorsitz bevor. Auch die Vize-Landrätin erhebt Anspruch.

Annette Ganssmüller-Maluche sagt, sie wundere sich über die große Überraschung, mit der ihr Vorstoß aufgenommen wurde. Dass sie als ehrenvoll unterlegene Landratskandidatin der SPD und stellvertretende Landrätin sich um den Kreisvorsitz ihrer Partei bemüht, das sei doch nur „die logische Konsequenz“. Die 53-Jährige hätte sogar damit gerechnet, dass man das von ihr einfordern könnte.

Das ist seit etwas mehr als einer Woche jedenfalls nicht mehr notwendig: Ihr Ismaninger Ortsverein hat sie nominiert, Ganssmüller-Maluche tritt gegen die Planeggerin Bela Bach an. Dem Kreisverband blüht nun eine Kampfabstimmung. Gewählt werden soll im Frühjahr.

Natascha Kohnen - die Landtagsabgeordnete, Generalsekretärin der Bayern-SPD und Noch-Kreisvorsitzende - hatte die 24-jährige Bach bereits im Herbst auf den Kandidatenschild gehoben. Die Jura-Studentin ist die politische Zukunftshoffnung der Sozialdemokraten, die es aufzubauen gilt. Sie hat bereits eine Bundestagskandidatur vorzuweisen, wenn auch eine erfolglose. Ihr jetzt den Kreisvorsitz anzutragen, könnte Kohnen als Investition in kommende Zeiten gesehen haben.

„Sie ist ein Talent, ich mag sie“, sagt Ganssmüller-Maluche über Bach. Für den Kreisvorsitz sieht sich die 53-Jährige aber besser geeignet. „Ich habe viel erlebt, auch Niederlagen. Ich habe mich weiterentwickelt.“ Nach 25 Jahren in der Kommunalpolitik bringe sie heute „das Standing und die Erfahrung“ mit, ein solches Amt auszufüllen. Bach fehle das „auf jeden Fall“ noch. „Ich glaube nicht, dass man einen so bedeutenden Kreisverband ohne diese Lebenserfahrung führen kann“, sagt Ganssmüller-Maluche. Es verwundert nicht, dass Bela Bach das gänzlich anders sieht. „Junge, frische Ideen“ seien das, was der Kreisverband dringend braucht. Natürlich sei die Erfahrung ein hohes Gut, aber „es kommt auf die Durchmischung an“. Denn bisher gelte: „Wir sprechen viel zu wenige junge Menschen an.“ Langfristig sei es ihr Ziel „junge Leute und den Mittelbau“ in der Landkreis-SPD aufzubauen um sie „langfristig in die Zukunft zu führen“. Und was die Diskussion um ihr Alter angeht, so müsse man „schauen, wer wo Erfahrungen gesammelt hat“, sagt Bach. Neben dem Bundestagswahlkampf, in dem sie „die Partei kennengelernt“ hat, weist sie dabei auf ihr Engagement im geschäftsführenden Vorstand des SPD-Unterbezirks München-Land hin.

Dass sie in Ganssmüller-Maluche nun eine Gegenkandidatin hat, das hat Bach „zur Kenntnis genommen“, wie sie sagt. Sie schätze Ganssmüller-Maluche als Kreistagskollegin sehr und sehe der Wahl „ganz entspannt“ entgegen: „Ich bin optimistisch.“

Auch Ganssmüller-Maluche wirkt mindestens optimistisch, auch wenn sie das nicht so deutlich sagen will. Der Ausgang einer solchen Wahl sei schließlich sehr schwer vorauszusehen. „Da spielt auch viel Emotionales rein. Zudem kommt es auf die Delegierten an und auch auf die Rede.“ Und auch dass es noch weitere Kandidaten gibt, sei nicht ausgeschlossen.

Sebastian Horsch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Asylunterkunft: Viele Verfahren eingestellt
Ein Jahr ist vergangen. Noch immer sind Ministerien, Landtag und Gerichte mit einem Vorfall in der Kraillinger Asylunterkunft beschäftigt. Doch jetzt hat sich einiges …
Asylunterkunft: Viele Verfahren eingestellt
Holzwürfel für 12 Millionen
Ein Kubus in Massivholzbauweise mit drei Stockwerken und 2725 Quadratmetern Bruttogrundfläche: So sieht der Vorentwurf für die Erweiterung des Planegger …
Holzwürfel für 12 Millionen
Hotel GREFIS: Spende statt Richtfest
Jetzt steht der Name fest: Gräfelfings erstes großes Hotel wird „GREFIS“ heißen. Das teilten die Eigentümer am Mittwoch bei einem Termin mit Bürgermeister Peter Köstler …
Hotel GREFIS: Spende statt Richtfest
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Hier informiert Sie der Münchner Merkur Würmtal über die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie.
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal

Kommentare