Konzert-Reihe im Rathaus sorgt für Ärger

- Musica Sacra: Selbe Zielgruppe

VON HARTMUT BRINGS Planegg - Die vom Kulturförderverein Würmtal geplante Veranstaltungsreihe "Musik im Rathaus" sorgt für erheblichen Ärger bei anderen Anbietern. Kritik kommt vor allem von der "Musica Sacra", deren Verantwortliche eine neue Wettbewerbssituation unter ungleichen Bedingungen fürchten.

Auslöser des Streits ist die Erhöhung des Zuschusses für den Kulturförderverein von 8700 in 2002 auf 28 000 Euro in diesem Jahr. Den größten Batzen des höheren Finanzbedarfs macht die vierteilige Konzertreihe im blauen Rathaus aus. Die Idee zu den Sonntags-Matinées stammt von Bürgermeister Dieter Friedmann (SPD), der sich mit dem Premieren-Erfolg mit Cellisten der Münchner Symphoniker Ende Oktober bestätigt sieht.

Für die über alle vier Quartale verteilte Serie nimmt Friedmann den Kulturförderverein und die Münchner Madrigalgesellschaft mit ins Boot. Den Auftakt machen im kommenden Monat die "Vielharmoniker", im Frühling wird der Pianist Franz Massinger konzertieren. Im Sommer soll es einen Serenaden-Mittag mit dem Madrigal-Ensemble geben, für den Herbst sieht das Programm ein Streichquartett (Werke von Mozart und Brahms) vor.

"Mit dieser Klasse schaukelt sich das Veranstaltungsprogramm immer weiter hoch", mahnte schon während der Sitzung Peter Heizer (Freie Wähler). Der 2. Bürgermeister war aber der einzige, der gegen die Verdreifachung des Zuschusses an den Kulturförderverein stimmte. Richtig verärgert war Gerhard Schleburg, CSU-Gemeinderat, aber nicht Mitglied des Hauptausschusses. Das Vorstandsmitglied von Musica Sacra sprach von einem "schamlosen Antrag" des Kulturfördervereins. Die Honorarvorstellungen von einigen der angegebenen Künstler sei "reine Abzocke". Heizer wie Schleburg kritisierten, dass die Rathaus-Reihe bei freiem Eintritt - allenfalls mit Spendenaufruf - geplant werde. Während andere Veranstalter also auf eigenes Risiko ein Großteil der Kosten durch Einnahmen decken müssen, würde im Falle Kulturförderverein die öffentliche Hand die Last tragen.

Ludwig Götz sieht in dem Zuschuss eine "Wettbewerbsverzerrung". Der langjährige Leiter der Musica-Sacra-Konzerte und Kirchenmusiker von St. Elisabeth sieht die Zielgruppe beider Klassik-Angebote als identisch. "Wenn wir den Saal dann nur halb voll haben, sind wir die Dummen", so der Stockdorfer.

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