Wehr- und Turbinenanlage in Gräfelfing an der Pasinger Straße. Foto: Dagmar Rutt 11.01.16
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Krämermühle an der Würm: Das Gräfelfinger Wasserkraftwerk entspricht nicht heutigen Anforderungen an technische und wirtschaftliche Effizienz.

Wasserkraftwerk an der Würm

Effizienz-Offensive für die Krämermühle

  • Martin Schullerus
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Gräfelfing - Die Gemeinde lässt derzeit ihr Wasserkraftwerk an der Würm auf seine Zukunftsfähigkeit hin untersuchen.

Wenn die Gemeinde Gräfelfing ihr Portfolio als Ökostrom-Erzeuger aufschlägt, gibt es da auch das Kapitel „Wasserkraft“. Tatsächlich gehört der Kommune seit 1984 die historische Krämermühle (Ersterwähnung: 1313), in deren Gebäude sie eine Turbine zur Stromerzeugung einbauen ließ. Sieben Wehre stauen einen der beiden Würm-Arme; das Gefälle und die Anlage reichen für einen Tagesertrag von 400 Kilowattstunden – das entspricht etwa dem Verbrauch von fünf bis acht Haushalten.

Damit ist klar: Die Anlage punktet eher im Bereich Nostalgie und (Öko-)Romantik, als bei der Wirtschaftlichkeit. Die Rathaus-Mitarbeiter müssen schon mit spitzer Feder rechnen, um über das Jahr gesehen auf eine schwarze Null zu kommen. Allein schon die vielen Tonnen Laub, die im Herbst die Würm hinabtreiben, bringen wochenlangen Stillstand mit sich: Der Rechen, der Treibgut vom Technikraum fernhalten soll, müsste in dieser Zeit mehrfach täglich gereinigt werden. Ohnehin steht dauernd ein Laubcontainer bereit „und stinkt im Sommer vor sich hin“, wie Lydia Brooks bekennt.

Die neue Umweltreferentin im Gräfelfinger Rathaus, die aus dem Bereich Energietechnik kommt, hat sich die Anlage angesehen und Handlungsbedarf erkannt. Brooks: „Das Kraftwerk funktioniert nicht optimal. Es ist für die Würm zu groß dimensioniert und unwirtschaftlich. Das kann es wohl nicht sein.“

Der Gräfelfinger Elektromeister Klaus Saller, der im Herbst letzten Jahres über Wochen daran arbeitete, die Steuerungstechnik zu reparieren, gibt ihr Recht. Saller: „Das Werk ist so nicht mehr zeitgemäß.“ Die Arbeit an der Technik sei eine rechte „Bastelei“ gewesen, Ersatzteile und die veraltete Programmierung eine Herausforderung.

Allerdings verweist Saller darauf, dass die Stromerzeugung lediglich ein Abfallprodukt der heutigen Krämermühle ist: Das Wehr dient vor allem der Regulierung des Wasserstandes. Funktioniert es nicht, heißt es schnell für mehrere Gärten im Oberlauf der Würm „Land unter“, was entsprechende Beschwerden nach sich zieht. Unter anderem, so Saller, sei der automatische Überlauf wohl zu hoch.

Nun hat die Gemeinde einen Experten für Kleinkraftwerke mit einer Bestandsaufnahme beauftragt. Albert Sepp vom Lehrstuhl für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU München soll Vorschläge für eine Sanierung oder Erneuerung der Anlage erarbeiten.

Martin Schullerus

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