Bundesanwalt fordert Verurteilung Zschäpes als Mittäterin

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Geschäftesterben: In der nördlichen Margaretenstraße steht der Schlecker-Markt leer, die „Schuh-Schachtel“ ist inzwischen abgerissen. Hier entstehen Wohnungsneubauten

Krailling beschließt Einzelhandelskonzept

Die Kaufkraft ist da. Doch die Läden verschwinden. Mit einem Konzept für den Einzelhandel im Ortszentrum will Krailling jetzt gegensteuern.

Der Schlecker-Markt, die „Schuh-Schachtel“, die Traditionsmetzgerei Mittermüller – im Kraillinger Ortszentrum verschwinden immer mehr Geschäfte. Um die Nahversorgung langfristig zu sichern und wohnortnah auszubauen, hat der Gemeinderat nun ein Entwicklungskonzept für den Einzelhandel verabschiedet. Die von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) ausgearbeitete Studie sieht vor allem eine Konzentration von kleinen Fachgeschäften in der Ortsmitte rund um die Gemeindebücherei sowie entlang der südlichen Margareten- und Luitpoldstraße vor. Damit soll ein weiteres Abfließen von Kaufkraft an die starken Handelsstandorte in unmittelbarer Nachbarschaft, sprich nach Gauting und insbesondere Planegg verhindert werden. Das Konzept soll künftig auch als Grundlage für die Kraillinger Bauleitplanung dienen.

Die GMA empfiehlt außerdem, die Standorte der Supermärkte Tengelmann und Norma als Nahversorger auszubauen. Ebenso den Wochenmarkt auf dem Parkplatz der Kraillinger Brauerei, für den die Gutachter einen Umzug in die zentrale Ortsmitte empfehlen. Generell sollten dort möglichst viele Funktionen gebündelt werden, um die Attraktivität des Gemeindezentrums zu erhöhen, etwa auch öffentliche Einrichtungen wie einen Bürgertreff.

Das Standortkonzept war im Gemeinderat allerdings heftig umstritten, vor allem die Aufgabe der nördlichen Margaretenstraße als Handelslage. Durch eine größer gefasste Ortsmitte könne man eventuell auch in Krailling fehlende Sortimente unterbringen, meine Adrienne Akontz (Grüne). Eine Sortimentsbeschränkung, also den generellen Ausschluss gewisser Warenangebote wie ihn die Gutachter vorschlagen hatten, lehnte der Gemeinderat ab. „Mir ist prinzipiell jeder Laden recht“, erklärte Sebastian Sefzig (FDP). In Krailling gab es zum Zeitpunkt der Erhebung (Juli 2015) 30 Einzelhandelsbetriebe mit einer Verkaufsfläche von rund 3900 m2.. Elf Betriebe mit einer Verkaufsfläche von zirka 2400 m2 sind dabei dem Nahrungs- und Genussmittelsektor zuzuordnen.

Die Kaufkraft in der Gemeinde ist nach Einschätzung der Gutachter überdurchschnittlich gut und liegt bei 52 Millionen Euro im Jahr. Nimmt man das gesamte Einzugsgebiet, das mit Planegg und Gauting fast 40 000 Menschen umfasst, liege das Kaufkraftvolumen über alle Branchen hinweg noch weit höher, nämlich bei 255 bis 260 Millionen Euro pro Jahr. Aufgrund der Bauvorhaben, etwa auf der Sanftlwiese, erwartet die GMA sogar eine Steigerung des Kaufkraftpotenzials.

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