1. Startseite
  2. Lokales
  3. Würmtal

Fördermittel in der Warteschleife

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Victoria Strachwitz

Kommentare

Schützenswerte Natur im Westen Kraillings, Grafik im Rahmen des BayernNetzNaturProjektes
Eine Grafik im Rahmen des BayernNetzNatur-Projektes zeigt schützenswerte Natur im Westen Kraillings mit dem ehemaligen Pionierübungsplatz Krailling und dem Magerrasen im Kreuzlinger Forst. © Karte: OpenStreetMap/Mitwirkende Grafik: ike

Das BayernNetzNatur-Projekt im Kreuzlinger Forst hat über 250 000 Euro an Fördermitteln zugesprochen bekommen. Seit sechs Monaten verfügt das Starnberger Landratsamt über das Geld. Doch die Verteilung der Fördermittel ruht – erst will man einen Projektbetreuer anstellen.

Krailling - Viel Geld haben die Gemeinde Krailling und der Landkreis Starnberg bekommen, um ihr BayernNetzNatur-Projekt im Kreuzlinger Forst bis 2026 voranzubringen. Der landesweit bedeutsame Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten soll gesichert und optimiert werden. Wertvolle Trockenbiotope sollen geschützt und neu miteinander vernetzt werden. Das Bewusstsein für den notwendigen Schutz und Erhalt dieser Vielfalt soll in der Bevölkerung und bei Besuchern gestärkt werden. Doch bislang sehen die Grundstückseigner nichts von den Fördermitteln, mit deren Hilfe sie diese Ziele erreichen sollen.

Krailling und der Landkreis Starnberg warten auf Fördermittel

Der Bayerische Naturschutzfonds unterstützt die Maßnahme mit dem unhandlichen Namen „Ehemaliger Pionierübungsplatz und Tanklager Krailling sowie Magerrasen im Kreuzlinger Forst“ mit 226 000 Euro. Der Bezirk Oberbayern. gibt 30 000 Euro obendrauf - mehr hat er bei dieser Förderrunde keinem anderen Projekt im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege zugesprochen. Die Zusagen von Bezirk und Naturschutzfonds wurden den Trägern des Projekts, dem Landkreis Starnberg und der Gemeinde Krailling, bereits Mitte Dezember gegeben. Seitdem stockt die Verteilung der Fördermittel.

„Das Landratsamt hat den Hut auf“, sagt Kraillings Bürgermeister Rudolph Haux. Der Sprecher des Landratsamtes Starnberg, Stefan Diebl, hat eine Erklärung dafür, dass noch nichts von dem Geld ausgegeben wurde: „Wir befinden uns derzeit noch in der Vorbereitung zur Ausschreibung der Projektleitung.“ Darauf reagiert Haux verständnisvoll: „Es muss jemanden geben, der das Projekt leitet.“ Er sieht es entspannt, dass bislang wenig vorangegangen ist. „Es ist keine Eintagsfliege, es ist eine langfristige Sache, die wird sicher über den Förderzeitraum hinausgehen.“ Auch Verena Texier-Ast vom Umweltamt der Gemeinde Krailling sagt: „Mir ist es lieber, man wartet ein bisschen länger und hat dann einen guten Ansprechpartner. Bei mir überwiegt die Vorfreude.“

Ein Projektbetreuer wird gesucht - die Verteilung der Fördermittel ruht

Bernhard Breitsameter, Geschäftsführer der G1 Krailling Real Estate GmbH, also der Firma, der das Tanklager gehört, sieht das nicht ganz so locker. Mit Bedauern sagt er: „Es gibt kein Vorankommen.“ Er sorge bereits seit einigen Jahren dafür, dass das BayernNetzNatur-Projekt auf seinem Gelände vorangebracht wird. Normalerweise stelle der Grundeigner Grund und Boden kostenlos zur Verfügung, die Pflegemaßnahmen würden dann von öffentlicher Seite finanziert. „Wir haben alles selber gemacht.“ Das sei anders besprochen gewesen. Er sorge beispielsweise dafür, dass Teile seines Geländes entbuscht werden - „auf freiwilliger Basis“, wie er betont. „Wenn ich nichts mache, wird das Wald.“

Auch die Gemeinde Krailling habe auf dem Pionierübungsgelände mit Hilfe von Mitarbeitern des Bauhofes und Ehrenamtlichen bereits einiges geleistet, so Haux. „Wir sind nicht untätig gewesen“, so der Bürgermeister. Verena Texier-Ast sieht das genauso. Sie sagt, BayernNetzNatur sei ein riesiges und langfristiges Projekt. Und der Sprecher des Landratsamtes versichert: „Wenn die Maßnahmen die Fördervoraussetzungen erfüllen, können sowohl die Gemeinde wie auch die G1 GmbH Gelder erhalten.“ Aber der Landkreis werde einen Zeitplan erst mit dem neuen Projektbetreuer festlegen.

Auch interessant

Kommentare