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Symbolbild Justitia im Gericht

Aus dem Gerichtssaal

Gefängnis für Schwarzfahrer

Krailling - Es ging um eine Schaden von 14 Euro. Doch weil er vielfach vorbestraft war, muss ein 45-Jähriger aus Krailling jetzt ins Gefängnis.

Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt. Manchmal führen derlei Vergehen sogar ins Gefängnis. Dieser Tage gab es für einen 17-fach vorbestraften Kraillinger kein Pardon mehr. Wegen vierfacher Leistungserschleichung erging eine sechsmonatige Freiheitsstrafe für den 45-Jährigen. Angesichts von drei einschlägigen Vorverurteilungen sowie einer einschlägigen offenen Bewährung sah das Starnberger Amtsgericht keinen Spielraum mehr für richterliche Milde. „Die Verteidigung der Rechtsordnung verlangt eine Vollzugsstrafe“, sagte Richterin Christine Conrad.

Gleich zu Beginn seines Prozesses berief sich der Verteidiger auf den noch immer labilen Gesamtzustand seines Mandanten: „Der Angeklagte war jahrelang opiatabhängig.“ Inzwischen sei der alleinerziehende Vater zwar abstinent und habe eine Anstellung, lasse aber immer noch hier und da die gewünschte Sorgfalt vermissen. „Ich habe teilweise vergessen, den Geldbeutel mitzunehmen“, sagte der Kraillinger. Inzwischen habe er jedoch jedweden Risikofaktor durch den Kauf einer Monatskarte ausgeschlossen.

Richterin Conrad blieb gänzlich unbeeindruckt von den Erklärungen des 45-Jährigen. „Die gesamte Milde und Güte der Justiz ist bereits über Sie ergossen worden. Außerdem sitzen wir hier nur wegen vier Leistungserschleichungen – wahrscheinlich waren es aber an die 20.“ Für Stirnrunzeln sorgte insbesondere der Umstand, dass der Angeklagte nur drei Tage nachdem er im Oktober 2015 ohne MVV-Ticket erwischt worden war, wieder als Schwarzfahrer geschnappt wurde. So war es letztlich nicht verwunderlich, dass trotz des minimalen Gesamtschadens von nur 14 Euro eine Vollzugsstrafe verhängt wurde.

Nilda Höhlein

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