Der Speicher im Keller: Fabius Natter aus Krailling hat viel Zeit und auch Nerven investiert, bis er die gewünschte Solaranlage samt Stromspeicher realisiert hatte. Er plant bereits eine Erweiterung.
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Der Speicher im Keller: Fabius Natter aus Krailling hat viel Zeit und auch Nerven investiert, bis er die gewünschte Solaranlage samt Stromspeicher realisiert hatte. Er plant bereits eine Erweiterung.

Solarprämien-Gewinner

Auf dem Weg zum klimaneutralen Alltag

Klimaschutz im Kleinen: Jeder kann im und auf dem eigenen Haus etwas gegen die Erderwärmung unternehmen – beispielsweise durch Solaranlagen. Der Landkreis fördert das, der Starnberger Merkur hat einige Gewinner der Solarprämie 2020 besucht.

Krailling – Rund 100 Hauseigentümer haben sich 2020 an der Verlosung der Solarprämie durch den Landkreis beteiligt. Allen gemein ist: Sie haben gerade erst eine Fotovoltaikanlage in Betrieb genommen. Ist das kompliziert? Was spart man sich durch den Strom vom eigenen Dach? Einige Gewinner berichten im Starnberger Merkur, wie es gelaufen ist mit dem Sonnenstrom und wie kompliziert oder einfach es war. Heute: Fabius Natter (35) aus Krailling.

Haus und Auto über die Sonne mit Strom versorgen – das war der Traum von Fabius Natter aus Krailling, den er sich im vergangenen Jahr mit seiner Fotovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach erfüllt hat. Seine Anlage, die ungefähr 9600 Kilowattstunden Strom im Jahr produziert, nutzt er seit 2020. „Als wir die Anlage geplant haben, galt noch die zehn Kilowattstunden-Grenze zur EEG-Befreiung, deswegen hat sich eine größere Anlage für uns damals nicht gelohnt.“ Gemäß Energie-Umlagen-Gesetz mussten Besitzer einer Fotovoltaik-Anlage im Jahr 2020, die mehr als 10 000 Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren, etwa 2,7 Cent pro selbst genutzter Kilowattstunde Strom im Jahr abführen. Seit 2021 liegt dieser Grenzwert bei 30 000 Kilowattstunden. „Gemeinsam mit der Batterie im Haus, die 6,4 Kilowattstunden Strom speichern kann, können wir durch die Anlage 84 Prozent unseres Strombedarfs im Jahr decken.“ Natter versorgt mit dem Strom nicht nur seinen Haushalt, sondern lädt auch seinen E-Golf mit dem Solarstrom. Die autarke, dezentrale Stromerzeugung ist ihm dabei ein persönliches Anliegen. „Wenn man sich die momentane Entwicklung unseres Klimas vor Augen führt und auch die riesigen Stromtrassen sieht, die quer durchs Land gezogen werden, sollte man über nachhaltige Energiekonzepte nachdenken“, sagt Natter. Dezentrale und grüne Stromerzeugung vor Ort sei die Zukunft.

In diese Zukunft hat Fabius Natter investiert, insgesamt 16 000 Euro in Solar-Panele und Batterie. Zuvor hatte sich Natter umfassend in die Thematik eingelesen und beraten lassen, bis er das für ihn optimale System gefunden hat. Das kostete ihn über 100 Arbeitsstunden und viele Nerven. „Vor allem die Auseinandersetzung mit dem Netzbetreiber war langwierig und zäh“, erinnert sich Natter. Um die Anlage in Betrieb zu nehmen, bedarf es eines Zwei-Wege-Stromzählers, der nicht nur die aus dem Stromnetz abgeführten Kilowattstunden misst, sondern auch die von der Anlage eingespeisten. Ein solcher Zähler wird vom Netzbetreiber bereitgestellt und eingebaut. „Bis dieser Zähler da war, hat es noch mal zwei Monate gedauert. Da war die Anlage aber eigentlich schon betriebsbereit und hätte Strom produzieren können.“

Die vielen Arbeitsstunden und die Investition in eine solche Anlage haben sich laut Natter gelohnt. Er denkt aber weiter: Er möchte neben der Stromversorgung des Hauses auch die Heizung über Solarstrom abwickeln. „Dazu brauchen wir eine strombetriebene Wärmepumpe, für die die aktuelle Fotovoltaik-Anlage aber nicht ausreicht.“ Für die Zukunft plant er also eine Vergrößerung der Anlage auf dem Dach, um das Haus mit einer solchen Wärmepumpe heizen zu können. All das tut er mit dem Blick auf ein größeres Ziel: bis zum Jahr 2040 CO2-neutral leben. Gregor Scheu

Klimaschutz im Kleinen

Wer sich für eine Fotovoltaikanlage oder andere regenerative Energiequellen für sein Haus interessiert, bekommt beim Landratsamt Starnberg viele Tipps. Ein guter Anfang ist ein Solar-Check, für den sich Hausbesitzer unter z (0 81 51) 14 84 42 anmelden können. Ein guter Einstieg sind die Internetseiten des Starnberger Landratsamtes auf www.lk-starnberg.de im Bereich Bürgerservice, Umwelt, Energie- und Klimaschutz.

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